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Rollstuhlgerecht oder barrierefrei – das müssen Sie wissen

Rollstuhlgerecht, barrierefrei, seniorengerecht – diese Begriffe tauchen vor allem bei der Wohnungssuche immer wieder auf und werden dabei häufig synonym verwendet. Es gibt allerdings wichtige Unterschiede. Und diese sollten Sie kennen, wenn Sie auf der Suche nach einer Wohnung sind, die für die Nutzung mit einem Rollstuhl geeignet ist.

An dieser Stelle geben wir Ihnen einen Überblick darüber, worauf Sie achten sollten und welche Eigenschaften eine rollstuhlgerechte Umgebung erfüllen muss.

Rollstuhlgerecht: Definition und Abgrenzung

Viele Betroffene gehen davon aus, dass der Begriff Barrierefreiheit auch Rollstuhlfahrer inkludiert – das ist aber nicht grundsätzlich der Fall.

Die Anforderungen an Barrierefreiheit sind im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) definiert. Das BGG gilt in erster Linie für alle Anstalten, Behörden und Körperschaften des Bundes. Es regelt die Durchführung entsprechender Maßnahmen, die jeden Lebensbereich für alle Menschen – ob mit oder ohne Behinderung, ob schwanger oder alt – gleichermaßen zugänglich macht.

Hier gilt: Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bezieht Rollstuhlfahrer mit ein.

Auf das private (Wohn-)Umfeld trifft das hingegen leider nicht zu. Die Anforderungen an diesen Bereich sind anders – barrierefrei bedeutet hier nicht gleich rollstuhlgerecht.

Regelung nach DIN 18040

Was als barrierefrei und was als rollstuhlgerecht gilt, wird durch das Deutsche Institut für Normen festgelegt. Die Empfehlungen zum barrierefreien Bauen belaufen sich auf:

  • DIN 18040-1 für öffentliche Gebäude
  • DIN 18040-2 Wohngebäude
  • DIN 18040-3 öffentlicher Verkehrs- und Freiraum

DIN 18040-2 unterscheidet dabei zwischen öffentlich zugänglichen Bereichen und privaten Wohnbereichen. Genau wie bei DIN 18040-1 gilt im öffentlichen Bereich: Barrierefreiheit bezieht Rollstuhlfahrer mit ein. Im Wohnbereich selbst gelten andere Bestimmungen und ein rollstuhlgerechter Wohnraum bringt über die Barrierefreiheit hinaus weitere Anforderungen mit sich.

Das bedeutet: Eine barrierefreie Wohnung ist nicht unbedingt rollstuhlgerecht. Ist eine Wohnung hingegen rollstuhlgerecht, ist sie immer auch barrierefrei.

Eigenschaften einer rollstuhlgerechten Wohnung

Eine als rollstuhlgerecht deklarierte Wohnung erfüllt grundsätzlich die Standards einer barrierefreien Wohnung. Darüber hinaus wurden einige dieser Anforderungen angepasst. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die grundlegendsten Eigenschaften.

Im privaten Wohnbereich müssen unter anderem folgende Vorkehrungen getroffen werden:

Bewegungsflächen

  • entsprechen in jedem Raum den Maßen 150 x 150 cm

Fenster

  • Höhe des Griffs zwischen 0,85 cm bis 1,05 cm oder alternativ ein automatisches System
  • müssen leicht zu öffnen und zu schließen sein

Türen

  • 90 cm breit und 2,05 cm hoch
  • Türspion 1,20 m hoch
  • Türdrücker auf einer Höhe von 85 cm
  • vor und hinter den Türen gibt es eine Bewegungsfläche

Einrichtung der Küche

  • vor den Möbeln 150 cm Raum
  • Arbeitsplatte, Spüle und Herd müssen unterfahrbar sein

Rollstuhlgerechtes Bad

  • Maße der Toilette: 70 cm tief
  • neben dem Klo 90 cm und 30 cm Platz
  • WC mit klappbaren Stützen und Rückenstütze
  • Duschfläche: 150 x 150 cm
  • Dusch-Klappsitz, Stützgriffe, entsprechende Duscharmatur
  • Waschbecken: unterfahrbar, Breite von mindestens 90 cm und Tiefe von 55 cm, Vorderkante darf maximal 80 cm hoch sein
  • Badewanne muss nachträglich aufstellbar oder mit Lift nutzbar sein

 

Auf der offiziellen Seite des Deutschen Institutes für Normen können Sie alle weiteren Maße und Richtlinien zu rollstuhlgerechten Wohnungen einsehen.

Rollstuhlgerechte Wohnung: Worauf Sie bei der Suche achten sollten

Wenn Sie auf der Suche nach einer rollstuhlgerechten Wohnung sind, sollten Sie deshalb immer auch genau auf diese Bezeichnung achten. Wir fassen die Begrifflichkeiten aber gerne noch einmal übersichtlich für Sie zusammen:

  • In einer rollstuhlgerechten Wohnung werden zum einen die Normen der Barrierefreiheit eingehalten. Zum anderen ist sie mit den entsprechenden Maßen ausgestattet, die sich an den speziellen Anforderungen für Rollstuhlfahrer orientieren.
  • Gilt eine Wohnung als behindertengerecht, ist sie an die jeweiligen Bedürfnisse des Bewohners angepasst. Die Ausstattungsmöglichkeiten sind in diesem Punkt so vielfältig wie die Art der Behinderung.
  • In Wohnungsanzeigen werden häufig die Begriffe senioren- oder altengerecht verwendet. Diese sind allerdings nicht gesetzlich definiert, weshalb sie keine festgelegten Ausstattungsmerkmale mit sich bringen. Im Grunde kann also jede Wohnung mit diesen Attributen beschrieben werden. Häufig ist das der Fall, wenn die Wohnung beispielsweise Haltegriffe im Bad vorzuweisen hat oder in der Nähe zu Ärzten liegt.
  • Ebenfalls gerne verwendete Begriffe sind barrierenreduziert oder schwellenarm, die ebenfalls nicht festgelegt sind. Die Auslegung ist daher flexibel: Vielleicht erwartet Sie eine ebenerdige Dusche, vielleicht ein Aufzug, vielleicht eine Wohnung mit wenigen Schwellen.

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