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Dekubitus: Definition, Entstehung und Behandlung

Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, leiden häufig unter Dekubitus. Auch als Rollstuhlfahrer besteht für Sie ein erhöhtes Risiko.
Wie Sie dem entgehen können und worum es sich bei der Erkrankung genau handelt, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Definition: Was ist Dekubitus?

Im alltäglichen Sprachgebrauch spricht man auch von Druckgeschwüren oder Wundliegegeschwüren. Diese entstehen, wenn eine Hautpartie einem lang anhaltenden Druck von außen ausgesetzt ist. Durch diesen werden Blutgefäße abgeklemmt und damit auch die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff behindert.

Die gestörte Durchblutung führt zunächst zu einer Schädigung der betroffenen Hautoberfläche. Je nach Verlauf kann es außerdem zur Nekrose (Absterben des Gewebes) und zu tiefen, offenen Wunden kommen. Gerade bei Letzteren besteht ein erhöhtes Risiko einer Infektion.
Besonders häufig sind Körperteile betroffen, an denen nur eine dünne Hautschicht direkt über dem Knochen liegt – so zum Beispiel Steißbein, Fersen oder Hüfte.

Dekubitus kann unter anderem die Folge eines Pflegefehlers sein. Deshalb wird er häufig als Anhaltspunkt für die Pflegequalität gewertet.

Klassifizierung von Druckgeschwüren

Abhängig vom Schweregrad des Dekubitus wird dieser in unterschiedliche Kategorien eingeteilt.

Kategorie 1: Klar abgrenzbare Rötung, die geschwollen, verhärtet, wärmer oder kälter sein kann. Sie ist auch ohne akuten Druck sichtbar.

Kategorie 2: Die Stelle weist kleinere Schäden auf. Das können Blasen oder auch Abschürfungen sein.

Kategorie 3: Offene Stellen und abgestorbenes Gewebe. Die Schädigung geht über die oberste Hautschicht hinaus bis in tiefere Strukturen.

Kategorie 4: Das Gewebe ist so stark und tief beschädigt, dass Sehnen, Muskeln oder sogar Knochen freiliegen.

Faktoren, die Dekubitus begünstigen

In der Regel verändern Menschen ihre Sitz- oder Liegeposition regelmäßig – spätestens, wenn sie einen unangenehmen Druck verspüren. Wer allerdings nicht mobil ist, kann häufig nicht selbst für diesen Positionswechsel sorgen.

Zusätzliche Faktoren können das Dekubitus-Risiko weiter erhöhen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Vermindertes Schmerzempfinden oder Gefühl, durch das der Druck nicht bemerkt wird.
  • Unterernährung: Sie führt dazu, dass der Puffer zwischen Haut und Knochen noch geringer ist. Zudem leidet in der Regel die Haut der Patienten und ist ohnehin schon angegriffen.
  • Übergewicht (Adipositas), da der Druck beim Liegen/Sitzen so noch höher ist.
  • Hautschäden durch Nässe (beispielsweise durch Inkontinenz oder Schweiß), aber auch besonders trockene Haut.
  • Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
  • Krankheiten, die eine Mangeldurchblutung bedingen.
  • Reibung über empfindliche Hautpartien.
  • Scherkräfte, wie sie beispielsweise entstehen, wenn Körperstellen über einen Untergrund gezogen werden.

Bin ich als Rollstuhlfahrer gefährdet?

Viele der oben genannten Faktoren können auch auf Rollstuhlfahrer zutreffen. Das lange Sitzen, womöglich auf einem unbequemen Sitz oder durch eine falsche Position, kann das Risiko weiter erhöhen. Falsche Rollstuhlmaße können Dekubitus ebenfalls begünstigen.

Als Rollstuhlfahrer sollten Sie (falls möglich) regelmäßige Positionswechsel zur Druckentlastung vornehmen. Zudem ist die Wahl des passenden Rollstuhl-Modells relevant: Achten Sie darauf, dauerhaft bequem zu sitzen und etwas Platz zwischen Körper und Rahmen zu haben. Weitere Hinweise können Sie in unserem Blogbeitrag Rollstuhlmaße: Weshalb Sie die Anpassung Ihres Rollstuhls nicht unterschätzen sollten nachlesen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich allerdings, sich von Fachpersonal beraten zu lassen.

Zu den häufig von Dekubitus betroffenen Körperteilen bei Rollstuhlfahrern zählen:

  • Hinterkopf (sofern hohe Lehne vorhanden)
  • Schulterblatt
  • Hüfte
  • Steißbein
  • Sitzbein
  • Fersen

Früherkennung von Dekubitus

Wenn Sie stark in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sollten Sie Ihr Dekubitus-Risiko nicht unterschätzen. Wichtig ist, dass Sie Ihren Körper regelmäßig in Hinblick auf rote Flecken untersuchen (lassen).

Erste Anzeichen lassen sich mithilfe des Fingertests ermitteln:

Wenn Sie eine rote Stelle an Ihrem Körper entdecken, üben Sie mit einem Finger Druck auf ihn aus. Beobachten Sie genau, was passiert: Wenn der Fleck unverändert bleibt und sich kein weißer Punkt bildet, handelt es sich ziemlich sicher um eine Druckstelle (Kategorie 1).
In diesem Fall sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, um ein weiteres Vorgehen zu besprechen. Je früher die Stelle behandelt wird, desto eher können Sie eine Verschlimmerung umgehen.

Behandlungsmaßnahmen

Ist es doch zur Entstehung eines Dekubitus gekommen, muss dieser zwingend behandelt werden. Wichtig: Zur fachgerechten Einschätzung sollten Sie immer medizinisches Personal zurate ziehen.

Die Art der Therapie hängt stark mit dem Schweregrad der Wunde zusammen. Grundsätzlich muss eine Druckentlastung der entsprechenden Stelle stattfinden. Durch diverse Wundauflagen werden offene Wunden behandelt. Zusätzlich wird auf Schmerzmittel zurückgegriffen.
Neben der körperlichen Versorgung ist oft auch eine persönliche Betreuung von Nöten. Dekubitus kann bei den Patienten unter anderem Schamgefühle auslösen, unter denen die Psyche der Betroffenen leidet.

Vorbeugende Maßnahmen bei Druckgeschwüren

Das Abheilen einer solchen Wundstelle ist langwierig und schmerzhaft. Aus diesem Grund sollte alles Mögliche darangesetzt werden, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme besteht darin, die Liege- oder Sitzposition regelmäßig zu verändern. So kann der Druck auf eine bestimmte Körperstelle entlastet werden und das Risiko eines Dekubitus sinkt. Ist das aus eigener Kraft nicht möglich, sollte die Hilfe einer anderen Person zurate gezogen werden.

Außerdem sollten Sie stets darauf achten, Ihre Haut gut zu pflegen und instand zu halten. Das bedeutet:

  • ausreichend trinken
  • ausgewogene Ernährung/Nährstoffzunahme
  • bei Bedarf entsprechende Hautpflege und Cremes nutzen

 

Allgemein gilt: Achten Sie auf die Zeichen Ihres Körpers. Sofern Sie spüren, dass eine Körperstelle wund ist oder die Haut anders in Mitleidenschaft gezogen wird, behalten Sie sie im Auge.

Zusätzlich können spezielle Dekubitus-Kissen oder Matratzen das Risiko des Wundliegens verringern.

ergoflix und Dekubitus: Wir beraten Sie gerne

Wir nehmen das Thema Dekubitus sehr ernst. Daher bieten wir Ihnen ein spezielles Dekubitus-Kissen für unsere ergoflix-Modelle. Es verfügt über Luftzellen, welche mit Hilfe einer Handluftpumpe individuell reguliert werden können. Auf diese Weise wird Ihre Sitzposition verbessert.

Sehr gerne berät unser Fachpersonal Sie vor dem Kauf Ihres elektrischen Rollstuhls ausführlich. Gemeinsam finden wir heraus, welche Maße die richtigen für Ihre Statur sind, damit kein unnötiger Druck ausgeübt wird.

Sprechen Sie uns gerne an. Sie erreichen uns telefonisch unter der Nummer 02852 9459000 oder per E-Mail an info@ergoflix.de.

 

Quellen (aufgerufen am 11.03.2021):
Gesund.Bund: Druckgeschwür (Dekubitus) 
Gesundheitsinformation.de: Druckgeschwür (Dekubitus)
Gesundheitsinformation.de: Dekubitus vorbeugen
Deutsche Apotheker Zeitung: Prophylaxe des Dekubitus

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