
Mobil beeinträchtigte Menschen leiden sehr häufig darunter: ein Druckgeschwür am Körper, im Fachjargon auch Dekubitus genannt. Beckenknochen, Kreuz- und Steißbein, aber auch Schultergelenke und sogar Ohren sind Stellen, die oft betroffen sind. In diesem Beitrag erfährst Du zunächst mehr über die Entstehung und Behandlung und erhältst außerdem hilfreiche Tipps zur Vorbeugung. Im Detail gehen wir außerdem auf den Dekubitus Grad 3 ein und beantworten die Frage „Wie behandelt man Dekubitus Grad 3?“ Erfahre jetzt mehr.
Dekubitus ist auch unter dem Begriff Druckulkus bekannt. Damit sind Hautschädigungen gemeint, die durch Druck auf bestimmte Körperpartien und die daraus resultierende verminderte Blutzufuhr entstehen.
Ein Dekubitus entsteht u. a. durch einen andauernden Druck auf die Haut und das darunterliegende Gewebe. Ist der Druck zu stark, kann das die Blutzufuhr hemmen und zu Schädigungen entsprechender Körperpartien führen. So können etwa Druckstellen am Po vom Sitzen entstehen. Neben Druck gehören Reibung und sogenannte Scherkräfte zu häufigen Dekubitus-Ursachen. Letzteres entsteht, wenn Gewebe in verschiedene Richtungen bewegt wird, z. B. beim Anheben oder Umlagern einer pflegebedürftigen Person.
Auch Personen, die an Diabetes erkrankt sind oder unter anderen Krankheiten leiden, die zu Durchblutungsstörungen führen, haben ein höheres Dekubitus-Risiko. Ernährst Du Dich schlecht, kann auch dies die Wahrscheinlichkeit eines Druckgeschwürs erhöhen.
Betroffen sind zudem oft Personen, die sich nicht mehr eigenständig bewegen können. Spätestens, wenn die offene Wunde am Po nicht heilt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei der Braden-Skala handelt es sich um ein Instrument, das in der Pflege zur Risikobewertung von Druckgeschwüren verwendet wird. Entwickelt wurde diese Methode in den 1980er Jahren u. a. von der Namensgeberin Barbara Braden. Dabei stehen sechs Risikofaktoren in Zusammenhang mit der Entstehung von Dekubitus:
Jedem Faktor werden Punkte zugewiesen, sodass die Gesamtpunktzahl Erkenntnisse über das individuelle Risiko einer Person gibt, ein Druckgeschwür am Po oder an einer anderen Körperstelle zu entwickeln. Dabei weist eine niedrige Punktzahl auf ein höheres Risiko hin, eine höhere auf ein geringeres Risiko.
Insgesamt gibt es vier verschiedene Dekubitus-Grade. Je höher der Grad, desto schwerwiegender ist die Erkrankung. Die anderen beiden Grade kannst Du in folgenden Beiträgen nachlesen:
In diesem Artikel lernst Du mehr über den Dekubitus Grad 3 kennen. Doch was ist eigentlich ein Dekubitus Grad 3 und welche Gewebe sind bei Dekubitus Grad 3 betroffen?
Bei diesem Grad ist nicht nur die Epidermis, also die oberste Hautschicht, betroffen, auch die darunterliegende Lederhaut, im Fachjargon Dermis genannt, ist beschädigt. Die Folge: eine offene Wunde. Hierbei besteht die Gefahr einer Infektion. Um dem zu entgehen, ist die richtige Wundversorgung unerlässlich. Außerdem können Geschwüre entstehen. Patienten leiden häufig unter starken Schmerzen und erkranken möglicherweise an einer Nekrose. Hierbei handelt es sich um das Absterben von Gewebe.
Erkennst Du bei Dir oder einem Angehörigen eine Druckstelle am Körper, ist schnelles Handeln gefragt. Geschultes (medizinisches) Personal sollte zurate gezogen werden, da man bei der Behandlung darauf achten sollte, in welcher Phase sich die Wundheilung befindet. Unterschieden werden folgende Phasen:
Davon abhängig ist auch die Versorgung der Wunde. Wurde die Wunde gereinigt und abgestorbenes Gewebe entfernt, so wird dies als Débridement bezeichnet.
Betroffene sollten zudem den Druck auf das erkrankte Gewebe vermeiden, z. B. durch Dekubitusmatratzen und/oder -kissen sowie regelmäßige Positionswechsel. Viele Betroffene fragen sich: „Kann ein Dekubitus Grad 3 heilen?“ Bei diesem Stadium sind mehrere Hautschichten betroffen. Daher dauert der Heilungsprozess länger als bei einem Dekubitus Grad 1 oder 2. Werden entsprechende Maßnahmen ergriffen, kann eine Genesung stattfinden. Da die Dekubitus-Behandlung jedoch äußerst komplex ist, sollte sie nur von Fachpersonal vorgenommen werden. Dieses schätzt Deine individuelle Verfassung ein und kann auch folgende Fragen beantworten:
Damit ein Dekubitus gar nicht erst entsteht, sind die richtigen Dekubitus-Prophylaxe Maßnahmen entscheidend.
Dekubitus ist eine häufige Erkrankung, insbesondere bei gehbeeinträchtigten Personen. Entsprechende Maßnahmen können jedoch die Wahrscheinlichkeit reduzieren, davon betroffen zu sein: Um der Dekubitus-Entstehung entgegenzuwirken, solltest Du Dekubitus-Risikofaktoren wie z. B. mangelnde Ernährung und das Verharren in einer Position möglichst vermeiden.
Bist Du pflegebedürftig oder sitzt über eine längere Zeit im Rollstuhl, kannst Du z. B. ein Dekubitus Kissen verwenden. Wichtig ist jedoch, sich bei der Behandlung eines Dekubitus Grad 3 professionelle Hilfe zu holen, damit offene Wunden fachgerecht heilen.
Prophylaxemaßnahmen für Rollstuhlfahrer haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst: Dekubitusprophylaxe: So beugst Du Druckstellen im Rollstuhl vor


2 comments on “Dekubitus Grad 3 – Definition, Beschreibung und Behandlung”
Welches Material benötige Versorgung eines Dekubitus Grad 3?
Hallo, danke für Deine Nachricht.
Bei diesem Stadium sind mehrere Hautschichten betroffen, daher sollte die Behandlung durch Fachpersonal erfolgen. Dieses schätzt die individuelle Verfassung ein und entscheidet, welches Material zur Wundversorgung benötigt wird.
Rollstuhlfahrern empfehlen wir für ihr Hilfsmittel das praktische Anti-Dekubitus Kissen von ergoflix. Dieses kann per Handluftpumpe befüllt und so individuell angepasst werden. Hier erfährst Du mehr: https://ergoflix.de/p/anti-dekubitus-kissen-david.html
Wir wünschen Dir alles Gute!
Herzliche Grüße aus Hamminkeln
Dein ergoflix-Team