
„Meine Mutter erholt sich nach einem Sturz nicht mehr. Jetzt ist sie ein Pflegefall. Wer zahlt die Heimunterbringung Kosten?“ „Muss ich die Pflegeheim Kosten für meinen Ehepartner tragen?“ Fragen und Unsicherheiten wie diese gibt es viele – denn Angehörige müssen sich irgendwann damit beschäftigen, wer die Betreuung der Eltern oder des Ehegatten übernimmt. Eine mögliche Lösung: ein Altenheim bzw. Pflegeheim. Doch wer übernimmt die Pflegeheim Kosten und wer kommt für die Kosten im Pflegheim auf? In diesem Artikel beantworten wir Dir genau diese Fragen. Erfahre jetzt mehr.
Die Pflegeheim-Kosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen:
Von jedem Bewohner ist monatlich ein sogenannter Eigenanteil im Pflegeheim zu zahlen. Dieser beträgt im Bundesdurchschnitt 2023 laut dem Verband der Ersatzkassen 2.548 Euro (Stand: September 2023), unterscheidet sich jedoch je nachdem in welchem Bundesland Du lebst.
Die Pflegeheim Kosten können anteilig übernommen werden. Zuständig dafür ist die Pflegeversicherung. Diese beteiligt sich jedoch nur an den Kosten, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Dieser wird durch den Medizinischen Dienst oder der privaten Pflegeversicherung festgelegt. Übernommen werden dann anteilig die Pflegekosten im Heim und auch die Betreuungskosten durch das Pflegepersonal. Zudem kann sich die Pflegeversicherung an den Ausbildungskosten für die Vergütung der in der Einrichtung arbeitenden Auszubildenden beteiligen. Dies ist jedoch abhängig vom Bundesland sowie der jeweiligen Einrichtung.
Die Leistungshöhe variiert je nach diagnostiziertem Pflegegrad. Einen finanziellen Zuschuss erhältst Du durch die Pflegekasse jedoch erst ab dem Pflegegrad 2. Die monatliche Pflegeheim Zuzahlung an die Einrichtung für die pflegerische Versorgung ist wie folgt gestaffelt (Stand: September 2023):
Seit 2022 erhalten Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5, die sich in vollstationärer Pflege befinden, zusätzliche finanzielle Leistungen. Diese sind abhängig von der Dauer des Heimaufenthaltes: Je länger Du bereits vollstationäre Pflege in Anspruch nimmst, desto geringer fällt Dein Pflegeheim-Kosten Eigenanteil aus.
Befindest Du Dich seit 12 Monaten in einem Altersheim in vollstationärer Pflege, beträgt der Leistungszuschlag fünf Prozent des Eigenanteils der Pflegekosten. Lebst Du bereits länger als 12 Monate dort, kannst Du mit einem Zuschuss in Höhe von 25 Prozent des Eigenanteils der Pflegekosten rechnen. 45 Prozent erhältst Du, wenn Du mehr als zwei Jahre in dem Senioren- und Pflegeheim lebst und 70 Prozent, solltest Du mehr als 36 Monate in Einrichtungen der vollstationären Pflege leben.
Da die Leistungen der Pflegeversicherung meist nicht ausreichen, um die Pflegekosten zu decken, ist ein sogenannter einrichtungseinheitlicher Eigenanteil zu entrichten. Hast Du Pflegegrad 1, musst Du für den Großteil der Pflegekosten selbst aufkommen. Ab Pflegegrad 2 zahlst Du den gleichen Anteil zu den Pflegekosten wie die übrigen Bewohner der Einrichtung. Dieser Beitrag kann von Heim zu Heim variieren.
Zu der Unterkunft zählen die Reinigung des Zimmers, das Wäschewaschen durch Servicepersonal sowie die Kosten für Strom, Gas und Wasser. Die Verpflegung inkludiert die Hauptmahlzeiten, Kaffee und Kuchen sowie Getränke. Wirst Du über eine Magensonde ernährt, muss der Kostenanteil reduziert werden. Hierbei gibt es jedoch bundeslandspezifische Unterschiede: Die Kosten für ein Pflegheim in NRW sind anders als beispielsweise in Bayern.
Zu den Investitionskosten zählen finanzielle Aufwendungen für den Betrieb, die Instandhaltung und auch Umbaumaßnahmen z. B. im Zuge einer Modernisierung. Kannst Du hierfür nicht aufkommen, kann sich das Sozialamt an den Pflegeheim Kosten dieser Investitionen beteiligen. Auch diese Unterstützung variiert von Bundesland zu Bundesland.
Diese Aufwendungen sind äußerst individuell und beinhalten beispielsweise Kosten für das Mieten der Gemeinschaftsräume z. B. für eine private Geburtstagsfeier oder aber Sonderleistungen hinsichtlich der Verpflegung.
Solltest Du keine finanziellen Rücklagen haben, dafür aber Häuser, Aktien oder sonstiges besitzen, muss dieses Vermögen für die Deckung des Eigenanteils verwendet werden. Seit Januar 2023 wird jedem Heimbewohner jedoch ein sogenanntes Schonvermögen in Höhe von 10.000 Euro zugesprochen, das nicht für die Finanzierung des Eigenanteils verwendet werden muss.
Nicht jeder Pflegebedürftige im Heim verfügt über ausreichend Finanzen, um die Kosten für das Pflegeheim zu zahlen. In solch einem Fall kann das Sozialamt von den Kindern einen Elternunterhalt verlangen. Hierfür ist eine Einkommensgrenze festgelegt, welche besagt, dass lediglich die Angehörigen für die Seniorenheim Kosten aufkommen müssen, deren Einkommen 100.000 Euro brutto jährlich übersteigt.
In diesem Artikel haben wir die Frage „Was kostet ein Altersheim/Pflegeheim pro Monat?“ beantwortet. Für die Pflegeheim Kosten müssen Angehörige oder die Bewohner selbst nicht vollständig aufkommen – denn die Zuzahlungshöhe der Pflegeheim Kosten im Monat ist abhängig vom jeweiligen Pflegegrad: Die Zahlungshöhe der Heimkosten bei Pflegegrad 4 ist beispielsweise höher als bei einem niedrigeren Pflegegrad. Jedoch sind die Preise für das Pflegeheim auch abhängig vom Bundesland, in welchem Du wohnst. 2023 lag der Bundesdurchschnitt des zu leistenden Eigenanteils bei ca. 2.500 Euro monatlich.
Seit dem 1. Januar 2023 ist ein Freibetrag im Pflegeheim, das sogenannte Schonvermögen, gesetzlich festgelegt. Dies liegt bei 10.000 Euro.
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15 comments on “Pflegeheim Kosten: Wer zahlt das Pflegeheim?”
Sehr beruhigend zu wissen, das meine Kinder nicht für mich mal bezahlen müssen . Man hat bei den Preisen Angst mal in Heim zu kommen bzw unter Umständen auch noch alt zu werden
Mich würde interessieren wie sich das Schonvermögen bei Ehegatten, wobei einer ins Pflegeheim (Pflegegrad 4) kommt, und dem gemeinsamen Besitz eines Hauses und evtl. Restkapital verhält? Wieviel verbleibt z.B. dem nicht pflegebedürftigen Ehegatten? Muss dieser auch die Rücklagen komplett abschmelzen? Was ist, wenn man dann selbst pflegebedürftig wird??
Danke vorab!
Hallo Michaela,
vielen Dank für Deinen Kommentar.
Das Thema Schonvermögen bei Pflegebedürftigkeit und insbesondere bei Ehepaaren mit gemeinsamen Vermögen ist komplex. Daher können wir zu Deiner individuellen Situation keine sichere Aussage treffen.
Eine Beratung durch eine Pflegeberatungsstelle, Sozialverbände oder einen Fachanwalt für Sozialrecht kann bei diesen Fragen helfen.
Herzliche Grüße
Dein ergoflix-Team
Wer muß für Heimkosten bei Alleinstehenden aufkommen?
Mutter lebt noch.
Hallo Gisela,
Vielen Dank für Deine Frage. Bei Alleinstehenden wird zunächst das eigene Einkommen und Vermögen genutzt. Außerdem wird ein Teil der Kosten von der Pflegeversicherung (abhängig vom Pflegegrad) übernommen.
Sollten die eigenen Mittel und die Pflegeversicherung nicht ausreichen, kann Deine Mutter Sozialhilfe beantragen, sodass das Sozialamt die ungedeckten Heimkkosten übernimmt, nachdem das Einkommen und Vermögen geprüft wurden. Sollte Dein Einkommen höher als 100.000 Euro sein, kannst Du als Kind zur Zahlung verpflichten werden.
Wir hoffen, dass wir Dir weiterhelfen konnten und wünschen Dir und Deiner Mutter alles Gute!
Herzliche Grüße aus Hamminkeln
Dein ergoflix-Team
Hallo, ich vermisse bei diesen Beitrag, daß nicht dargelegt wird, was der Pflegeheim Bewohner mit seinem Schonvermögen machen darf ohne sich bei dem Sozialamt zu rechtfertigen. Darf der Pflegeheim Bewohner mit dem Schonvermögen machen was er will?
Danke im voraus
Hallo, danke für Deine Nachricht.
Wenn Du Unterstützung für den Aufenthalt im Pflegeheim in Anspruch nehmen möchtest, prüft das Sozialamt Dein Vermögen. Bei der Offenlegung des Vermögens prüft das Sozialamt auch, ob eventuell Geld oder Vermögen verschenkt worden ist. Für Schenkungen gilt eine 10-Jahresfrist, so dass Geldbewegungen bis zu 10 Jahren erklärt werden müssen. Wenn – bis auf das Schonvermögen – kein Vermögen vorliegt, dann bietet das Sozialamt Unterstützung.
Wir hoffen, dass wir weiterhelfen konnten.
Herzliche Grüße aus Hamminkeln
Dein ergoflix-Team
Danke für diesen informativen Beitrag! Ich suche schon lange ein Pflegeheim und die Kostenübernehme ist ein sehr schwieriges Thema. Jetzt wissen wir, wo wir uns für die Bezahlung des Pflegeheims Unterstützung holen können.
Hallo, danke für Deine Nachricht. Wir freuen uns, dass Du hilfreiche Informationen durch unseren Blogbeitrag erhalten hast.
Wir wünschen Dir alles Gute!
Herzliche Grüße aus Hamminkeln
Dein ergoflix-Team
Verstehe, die Zuzahlungshöhe der Pflegeheimkosten im Monat ist abhängig vom jeweiligen Pflegegrad. Meine Oma sucht nämlich ein Altenheim, da sie wieder neue Menschen kennenlernen möchte. Gut zu wissen, dass die Angehörigen nicht den ganzen Beitrag alleine zahlen müssen. Danke!
Hallo, danke für Deine Nachricht. Wir freuen uns, dass unser Blogbeitrag hilfreich für Dich war.
Herzliche Grüße aus Hamminkeln und alles Gute
Dein ergoflix-Team
Vielen Dank für diesen Artikel zu den Kosten für das Pflegeheim. Gut zu wissen, dass es Zuschüsse für die Kosten gibt, die vom Pflegegrad abhängen. Ich suche für meine Mutter gerade ein Pflegeheim, daher wollte ich mich hier informieren.
Hallo, danke für Deine Nachricht. Wir freuen uns, dass Dir unser Blogbeitrag weitergeholfen hat.
Wir wünschen Euch alles Gute!
Herzliche Grüße aus Hamminkeln
Dein ergoflix-Team
Bemerkenswert das Bürgergeldempfänger wesentlich besser aufgestellt sind beim schonvermögen. Is so etwas überhaupt rechtens?
Hallo, danke für Deine Nachricht. Seit Januar 2023 wird jedem Heimbewohner ein Schonvermögen in Höhe von 10.000 Euro zugesprochen, das nicht für die Finanzierung des Eigenanteils verwendet werden muss. Gibt es Eigentumshäuser oder Aktien, dann wird dieses Vermögen für die Deckung des Eigenanteils aufgewendet. Die Regelungen zum Schonvermögen gelten für jeden Heimbewohner.
Herzliche Grüße aus Hamminkeln
Dein ergoflix-Team