Spondylarthrose: Ursachen, Symptome und Behandlung der Arthrose in der Wirbelsäule

Das Bild zeigt den bekleideten Rücken eines Mannes, die Wirbelsäule ist durch orangene Farbe leuchtend hervorgehoben, er hält sich den schmerzenden Rücken.

Hast Du anhaltende Beschwerden und Schmerzen im Rücken? Dann kann es sich hierbei lediglich um Verspannungen oder falsche Körperhaltung handeln. Anhaltende oder wiederkehrende Rückenschmerzen können allerdings auch ein Hinweis auf Spondylarthrose sein. Diese Form der Arthrose betrifft die kleinen Wirbelgelenke und entwickelt sich häufig über Jahre hinweg. Eine Operation ist nicht immer nötig, in vielen Fällen reichen auch konservative Behandlungen unter anderem mit Physiotherapie, um die Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Erfahre in diesem Beitrag mehr über die Ursachen, Symptome, Behandlungen und Übungen bei Spondylarthrose.

Das Wichtigste in Kürze
• Spondylarthrose ist eine chronische Erkrankung der kleinen Wirbelgelenke in der Wirbelsäule, die vor allem Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen verursachen kann.
• Regelmäßige Bewegung, Physiotherapie und eine ärztliche Behandlung können dabei helfen, Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit langfristig zu erhalten.
• Ergonomische Hilfsmittel und Mobilitätslösungen können den Alltag erleichtern und die Selbstständigkeit trotz Einschränkungen unterstützen.

Was ist Spondylarthrose?

Spondylarthrose betrifft die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) der Wirbelsäule. Die Facettengelenke sind, wie alle Gelenke im Körper, durch eine Knorpelschicht geschützt. Leidest Du unter Spondylarthrose, ist diese Knorpelschicht beschädigt, dünner oder ist vielleicht sogar gänzlich verschwunden. Dies führt dazu, dass die betroffenen Gelenke stärker belastet werden oder im fortgeschrittenen Stadium sogar fast die Knochen aufeinander reiben.

Gut zu wissen:
Die Facettengelenke verbinden die einzelnen Wirbel miteinander und sorgen dafür, dass sich Deine Wirbelsäule stabil und mobil in unterschiedliche Richtungen bewegen kann.

Wenn dies der Fall ist, setzt der Körper Umbauprozesse in Gang, indem er knöcherne Anbauten (Osteophyten) bildet, sich die Gelenkkapsel verdickt oder auch Entzündungen entstehen.

Anfangs treten häufig nur leichte Beschwerden auf, unbehandelt könen sich die Symptome jedoch mit der Zeit verstärken und schränken die Betroffenen in ihrer Lebensqualität erheblich ein.

Gut zu wissen:
Wenn durch die Osteophyten und Veränderungen der Gelenkkapsel die Wirbelgelenke deutlich verdicken, nennt sich dies „Hypertrophe Spondylarthrose". Diese Verdickungen entstehen, weil der Körper versucht, die ursprünglichen Probleme zu reparieren. Da die verdickten Wirbelgelenke naturgemäß mehr Platz einnehmen, können sich der Wirbelkanal und die Nervenaustrittslöcher verengen. Dadurch kannst Du zusätzliche Symptome wie Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust in Armen und Beinen spüren.

Welche Formen der Spondylarthrose gibt es?

Die Spondylarthrose kann an unterschiedlichen Stellen der Wirbelsäule vorkommen. Je nach Lokalisation unterscheiden sich auch die Symptome der Spondylarthrose bei den Betroffenen.

Spondylarthrose der Lendenwirbelsäule (LWS)

Die Spondylarthrose in der LWS kommt am häufigsten vor. Dieser untere Bereich der Wirbelsäule trägt einen großen Teil unseres Körpergewichts und wird dementsprechend beim Stehen, Gehen, Heben und anderen Bewegungen stark beansprucht. Dies wirkt sich auch auf die Wirbelgelenke in diesem Bereich aus.

Spondylarthrose der Halswirbelsäule (HWS)

Die Spondylarthrose in der HWS kommt ebenfalls häufig vor. Zwar trägt dieser Bereich der Wirbelsäule nicht so viel Gewicht wie die Lendenwirbelsäule, jedoch werden die Halswirbel im Alltag sehr viel bewegt. Achte einfach mal darauf, wie vielen kleinen und großen Bewegungen Du den Tag über mit dem Kopf machst. Tätigkeiten wie beispielsweise langes Arbeiten am Computer und der häufige Blick auf  das Smartphone belasten die kleinen Wirbelgelenke zusätzlich.

Beachte: Wenn in diesem Bereich zusätzlich Nerven eingeengt sind, können auch Symptome wie Kribbeln, Taubheit oder Muskelschwäche auftreten.

Multisegmentale Spondylarthrose

Eine Spondylarthrose kann nicht nur an einem Bereich der Wirbelsäule auftreten, sondern auch zeitgleich mehrere Bereiche betreffen – zum Beispiel Segmente der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule.

Dies entwickelt sich häufig über Jahre hinweg und verursacht bei den Betroffenen in der Regel starke Beschwerden und eine Einschränkung der Mobilität.

Spondylarthrose Symptome: Woran erkenne ich die Erkrankung?

Die Symptome einer Spondylarthrose können zunächst nur leicht oder gelegentlich auftreten. Es kann vorkommen, dass Du zunächst nur hin und wieder Rückenschmerzen oder ein Spannungsgefühl spürst. Mit der Zeit werden die Symptome meistens häufiger.

Typisch für das Krankheitsbild sind Schmerzen bei Belastung. Die Beschwerden nehmen häufig mit steigender Belastung zu und bessern sich in Ruhe. Im fortgeschrittenen Stadium können sie jedoch auch im Ruhezustand anhalten.

Die häufigsten Symptome einer Spondylarthrose sind:

  • Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen
  • morgendliche Steifigkeit
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schmerzen beim Drehen oder Strecken
  • Druckschmerz entlang der Wirbelsäule
  • Muskelverspannungen
  • Schonhaltung

Es können mit der Zeit auch entzündliche Reizungen auftreten.

Je nach Art der Spondylarthrose gibt es spezifische Symptome, die vermehrt vorkommen.

Symptome der Spondylarthrose in der LWS

Hast Du Spondylarthrose in der LWS, bestehen vor allem Beschwerden im unteren Rücken. Typische Symptome sind:

  • Schmerzen nach längerem Stehen
  • Beschwerden beim Gehen bergab
  • Schmerzen beim Hohlkreuz
  • Steifigkeit nach Ruhephasen
  • Ausstrahlung in Gesäß oder Oberschenkel

Symptome der Spondylarthrose in der HWS

Wenn Du Spondylarthrose in der HWS hast, treten die Beschwerden eher im oberen Rücken beziehungsweise im Bereich des Nackens auf. Typische Symptome sind:

  • Nackenschmerzen
  • eingeschränkte Drehbewegung des Kopfes
  • Schulterverspannungen
  • Spannungskopfschmerzen
  • Schwindelgefühl (nicht immer direkt durch die Arthrose verursacht)
  • Schmerzen oder Kribbeln bis in Arme und Hände (durch eingeengte Nerven)
Gut zu wissen:
Manche Symptome einer Spondylarthrose können auch zum Beispiel durch Probleme an den Bandscheiben, Muskeln oder Nerven verursacht werden. Eine ärztliche Untersuchung bringt Klarheit hierüber.

Wie entsteht eine Spondylarthrose?

Die Wirbelsäule trägt einen Großteil unseres Körpergewichts, federt Erschütterungen ab und ermöglicht uns Bewegungen wie Drehen, Beugen oder Strecken. Auch wenn die Gelenke der Wirbelsäule nicht die einzigen sind, die Belastungen tragen, kommt hier eine Besonderheit hinzu: Die Wirbelgelenke arbeiten eng mit Bandscheiben, Bändern und Muskeln zusammen. Wenn dieses Zusammenspiel nun nicht mehr reibungslos funktioniert, werden die kleinen Wirbelgelenke stärker belastet. Dadurch wird der Gelenkknorpel stärker beansprucht, wird weniger oder verschwindet in extremen Fällen sogar beinahe ganz. Dies führt dazu, dass die Gelenke stärker belastet werden und im fortgeschrittenen Stadium fast Knochen auf Knochen reiben kann. Außerdem entstehen die oben bereits beschriebenen knöchernen Umbauprozesse.

Es gibt einige Faktoren, die den beschriebenen Prozess begünstigen können.

Alter

Der Gelenkknorpel verliert mit den Jahren an Elastizität und Wassergehalt, wodurch er Belastungen durch Druck weniger gut abfedern kann und schneller abbaut.

Im Rücken außerdem zu beachten: Auch die Bandscheiben verändern sich. Sie werden flacher und verlieren an Höhe. Dieser Prozess führt dazu, dass sich die ganze Statik der Wirbelsäule verändert und die Facettengelenke stärker belastet werden. Dies wiederum wirkt sich auf die Entstehung einer Spondylarthrose aus.

Fehlhaltungen- und belastungen

Anhaltende Fehlhaltungen oder ungünstige Belastungen einzelner Körperteile sind grundsätzlich nicht gut für den Erhalt der Gesundheit. Dies gilt besonders für die Wirbelsäule, die jeden Tag viel beansprucht wird. Neben einer allgemeinen dauerhaft ungünstigen Körperhaltung gibt es bestimmte Tätigkeiten, die zu einer Fehlbelastung führen, zum Beispiel:

  • langes Sitzen am Schreibtisch
  • dauerhaftes Arbeiten mit nach vorne geneigtem Kopf
  • häufiges Heben schwerer Lasten
  • einseitige körperliche Arbeit
  • wiederkehrende Drehbewegungen

Bewegungsmangel

Der Knorpel in den Gelenken verfügt nicht über eine eigene Blutversorgung, sondern wird über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt. Diese Flüssigkeit muss sich gut verteilen – dies geschieht durch den Wechsel aus Belastung und Entlastung. Deshalb ist es wichtig, nicht nur im Ruhezustand auszuharren. Außerdem stärkt regelmäßige Bewegung auch Deine Muskulatur im Rücken, welche in gesundem Zustand wiederum Last von Deinen kleinen Wirbelgelenken nimmt.

Gut zu wissen:
Auch die Bandscheiben werden durch regelmäßige Bewegung mit Nährstoffen versorgt.

Wenn Du Dich dauerhaft zu wenig bewegst, werden der Gelenkknorpel und die Bandscheiben nicht mehr ausreichend versorgt und auch Deine Muskulatur nimmt ab. Dies sorgt für weniger Stabilität in der Wirbelsäule, sodass die kleinen Wirbelgelenke einer größeren Belastung ausgesetzt sind.

Übergewicht

Je höher Dein Körpergewicht ist, desto mehr Druck wird auf Bandscheiben und Gelenke in der Wirbelsäule ausgeübt. Dies sorgt für eine dauerhafte Belastung. Darüber hinaus kann Fettgewebe auch Entzündungen im Körper fördern, wodurch sie die Symptome der Spondylarthrose verstärken können.

Verletzungen und Fehlstellungen

Wenn Du frühere Verletzungen oder akute Fehlstellungen hast, können diese zu einer Veränderung in der Belastungsverteilung der Wirbelsäule führen. Dadurch werden die einzelnen Gelenke stärker belastet. Relevant für die Entstehung einer Spondylarthrose können zum Beispiel sein:

  • Wirbelbrüche
  • Bandscheibenoperationen
  • Skoliose
  • Hohlkreuz (Hyperlordose)
  • Rundrücken (Hyperkyphose)
  • Beinlängendifferenzen

Wie wird eine Spondylarthrose diagnostiziert?

Um eine Spondylarthrose zu diagnostizieren, werden unterschiedliche Verfahren genutzt. Je nach Beschwerdebild und Patient entscheidet der Arzt, welche Diagnostik sinnvoll ist.

Zu Beginn erfolgt in jedem Fall ein Anamnese-Gespräch mit Deinem Arzt. Durch Deine Schilderungen kann dieser schon vieles herausfinden. Auf folgende Fragen solltest Du vorbereitet sein:

  • Wo genau treten die Schmerzen auf?
  • Seit wann hast Du die Beschwerden?
  • Wann werden die Schmerzen stärker?
  • Strahlen die Schmerzen in Arme oder Beine aus?
  • Bestehen Taubheitsgefühle oder Kribbeln?
  • Welche Bewegungen fallen Dir schwer?
  • Welche Vorerkrankungen hast Du?

Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung. Dabei verschafft sich der Arzt einen Überblick vor allem über Deinen Rücken.

  • Beweglichkeit der Wirbelsäule
  • Haltung
  • Muskelspannung
  • Druckschmerz über den Wirbelgelenken
  • Reflexe
  • Muskelkraft
  • Sensibilität

Sind Nerven betroffen, zeigen sich häufig Auffälligkeiten bei Reflexen oder der Muskelkraft.

Im Anschluss kann Dein Arzt als Ergänzung bildgebende Verfahren hinzuziehen. Häufig verwendet wird das Röntgen. Dieses Verfahren hilft vor allem in späteren Stadien der Erkrankung – da Knorpel im Röntgenbild nicht sichtbar ist, lassen sich frühe Stadien der Arthrose häufig nicht erkennen.

Typische Auffälligkeiten, die beim Röntgen erkannt werden, sind:

  • verschmälerte Gelenkspalten
  • knöcherne Anbauten (Osteophyten)
  • Verdickungen der Facettengelenke
  • Veränderungen der Wirbelsäulenstatik

Genauere Informationen über Weichteile liefert das MRT (Magnetresonanztomographie). Damit lassen sich unter anderem beurteilen:

  • Bandscheiben
  • Nervenwurzeln
  • Rückenmark
  • Bänder
  • entzündliche Veränderungen

Um die Knochen in ihren Details darstellen zu können, eignet sich ein CT (Computertomographie) besonders gut. Sie kommt häufig zum Einsatz,

  • wenn die knöchernen Veränderungen genauer beurteilt werden sollen,
  • wenn eine Operation geplant ist oder
  • wenn ein MRT nicht möglich ist.

Wie wird Spondylarthrose behandelt?

Wichtig bei der Behandlung von Spondylarthrose ist: Es geht nicht darum, den beschädigten Knorpel wiederherzustellen. Dies ist nicht möglich. Vielmehr ist das Ziel, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Welche Behandlungsmethode für Deine individuelle Situation die richtige ist, bespricht Dein Arzt mit Dir. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Konservative Behandlungen

Zunächst werden zur Behandlung von Spondylarthrose in der Regel konservative Verfahren in Betracht gezogen, um eine Operation zu vermeiden.

Physiotherapie

Physiotherapie spielt bei Spondylarthrose eine wichtige Rolle, da sie helfen kann, Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Unsere Expertin und Physiotherapeutin Mira Hewing erklärt, was Physiotherapie bei Spondylarthrose bewirken kann: „Im Vordergrund stehen aktive Therapieformen wie Stabilisationsübungen, Mobilisation und funktionelles Training. Zusätzlich lernen Patientinnen und Patienten oft Strategien für einen rückenschonenden Alltag und einen besseren Umgang mit Beschwerden."

Bei der Physiotherapie kommen sowohl aktive Übungen als auch manuelle Techniken zum Einsatz. Wichtig ist, dass Du die Übungen regelmäßig durchführst – auch nach Abschluss der physiotherapeutischen Behandlung.

Bewegung

Die Diagnose Spondylarthrose sollte keinesfalls dazu führen, dass Du Dich dauerhaft schonst. Im Gegenteil: Gezielte Bewegung ist wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung nicht noch weiter zu fördern. Bewegung sorgt für eine bessere Durchblutung, stärkt die Muskulatur im Rücken und hat einen positiven Einfluss auf die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen.

Gut zu wissen:
Knorpelgewebe besitzt keine eigenen Blutgefäße. Es wird über die Gelenkflüssigkeit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bewegst Du Dich, wirkt dieser Prozess wie eine natürliche „Pumpe": Durch das Be- und Entlasten des Gelenks wird die Gelenkflüssigkeit verteilt und der Knorpel besser versorgt.

Besonders gut geeignet sind folgende Formen der Bewegung:

  • Spaziergänge
  • Nordic Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Wassergymnastik
  • gezieltes Krafttraining unter Anleitung

Achte immer darauf, nicht in eine Überlastung zu gelangen. Auch starke, ruckartige Bewegungen solltest Du meiden.

Schmerzmittel

Schmerzmittel können in Absprache mit Deinem Arzt kurzzeitig eine sinnvolle Ergänzung zu konservativen Behandlungen sein. Sie lindern Deine schmerzen und können wiederum dafür sorgen, dass Du Bewegungen, die gut bei Spondylarthrose sind, ohne Schmerzen ausführen kannst. Es kommen unterschiedliche Medikamente in Frage:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac können Schmerzen lindern und entzündungshemmend wirken. Sie werden häufig bei akuten Beschwerden eingesetzt.
  • Paracetamol: Kann bei leichten bis mäßigen Schmerzen eine Alternative sein, wenn NSAR nicht geeignet sind.
  • Muskelrelaxanzien: Hast Du in Verbindung mit Deiner Spondylarthrose starke Muskelverspannungen, können muskelentspannende Medikamente kurzfristig sinnvoll sein.
  • Stärkere Schmerzmittel: Bei sehr starken oder chronischen Schmerzen können in Einzelfällen auch stärker wirksame Medikamente verordnet werden.

Injektionstherapien

Um Schmerzen zu reduzieren und eventuell vorhandene Entzündungen zu lindern, können bei der Behandlung von Spondylarthrose in Absprache mit Deinem Arzt auch Injektionen zum Einsatz kommen. Dabei spritzt Dein Arzt Medikamente gezielt an die betroffenen Wirbelgelenke oder in die Nähe gereizter Nerven.

Wie bei klassischen Medikamenten zur oralen Einnahme gibt es auch bei den Injektionen unterschiedliche Wirkstoffe:

  • Lokale Betäubungsmittel: Können die Schmerzen kurzfristig lindern und können dabei helfen, genauer zu lokalisieren, an welcher Stelle die Schmerzen verursacht werden.
  • Cortison: Wirkt entzündungshemmend und kann die Beschwerden über einen längeren Zeitraum reduzieren.
  • Kombinationen aus Betäubungsmittel und Kortison: Diese werden eingesetzt, um eine schnelle Schmerzlinderung mit einer länger anhaltenden entzündungshemmenden Wirkung zu verbinden.

Wärmebehandlung

Wärme kann bei Symptomen der Spondylarthrose mitunter als angenehm empfunden werden. Wärmeanwendungen können:

  • verspannte Muskulatur lockern,
  • die Durchblutung fördern und
  • Schmerzen lindern.

Du kannst zum Beispiel zu Fangopackungen, Wärmebädern, Wärmekissen oder Wärmepflastern greifen.

Beachte, dass bei akuten Entzündungen häufig eher Kälte als angenehm empfunden wird.

Gewichtsreduktion

Besteht bei Dir ein Übergewicht, ist eine effektive Maßnahme die Gewichtsreduktion. Dies entlastet Deine Wirbelsäulengelenke wesentlich und kann Deine Schmerzen bereits lindern.

In vielen Fällen reichen eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung aus, um das Körpergewicht zu verringern.

Operative Behandlungen

Die gute Nachricht ist: Nur wenige Menschen mit Spondylarthrose benötigen zur Behandlung eine Operation.

Diese Maßnahme wird vor allem relevant, wenn:

  • konservative Maßnahmen über längere Zeit nicht die gewünschte Wirkung zeigen,
  • starke Nerveneinengungen bestehen,
  • Lähmungserscheinungen auftreten oder
  • die Lebensqualität besonders stark eingeschränkt ist.

Es gibt unterschiedliche Operationsmethoden, die bei Spondylarthrose-Patienten in Frage kommen. Der behandelnde Arzt wählt die Methode abhängig von der jeweiligen Ursache aus.

Mögliche Verfahren sind:

  • Entfernung knöcherner Einengungen (Dekompression): Wenn knöcherne Anbauten oder verdickte Wirbelgelenke in Deinem Rücken auf Nerven drücken, kann es sinnvoll sein, diese zu entfernen.
  • Erweiterung des Wirbelkanals (Spinalkanaldekompression): Dieses Verfahren kann nötig sein, wenn die Spondylarthrose Deinen Wirbelkanal verengt. Dadurch wird der Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln verringert.
  • Versteifung einzelner Wirbelsäulenabschnitte (Spondylodese): Wenn Deine Wirbelsäule durch die Spondylarthrose bereits instabil geworden ist oder einzelne Wirbel besonders starke Schmerzen verursachen, können zwei oder mehrere Wirbel dauerhaft miteinander verbunden und dadurch versteift werden. Dies stabilisiert den Abschnitt, führt allerdings auch zu weniger Beweglichkeit.

Auch eine Kombinationen verschiedener Verfahren ist möglich.

FlixTipp:
Die Deutsche Arthrose-Hilfe e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Arthrose-Betroffene zu unterstützen. Nutze dieses Angebot gerne, wenn Du Fragen zur Arthrose hast oder eine Beratung wünschst.
Deutsche Arthrose-Hilfe e. V.

Übungen bei Spondylarthrose

Du hast in diesem Beitrag bereits gelernt, dass gezielte Bewegung sinnvoll und sogar empfehlenswert ist, wenn Du eine Spondylarthrose hast. Mit gezielten Übungen kannst Du die betroffenen Bereiche Deines Körpers direkt ansprechen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

„Geeignet sind vor allem Übungen zur Stabilisation der Rumpfmuskulatur sowie zur Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule. Häufig eingesetzt werden kontrollierte Mobilisationsübungen, Übungen für Bauch- und Rückenmuskulatur sowie leichtes Krafttraining. Auch Ausdauertraining wie Walking, Schwimmen oder Radfahren kann sinnvoll sein. Wichtig ist, dass die Übungen individuell angepasst und regelmäßig durchgeführt werden", erklärt Physiotherapeutin Mira Hewing.

Die Expertin hat zwei Spondylarthrose-Übungen mitgebracht:

Mobilisationsübung: Openbook

  • Ausgangsposition: Begebe Dich in Rückenlage, winkle Deine Beine an und schlage sie übereinander.
  • Durchführung: Lasse Deine Beine zur Seite fallen (zur Seite des unteren Beines), und strecke den gegenüberliegenden Arm seitlich im 90-Grad-Winkel aus. 

Kräftigungsübung: Rudern mit Theraband

  • Ausgangsposition:  Stelle oder setze Dich stabil und mit geöffneter Brust hin und fixiere ein Theraband auf Höhe Deines Bauchnabels. Nimm die beiden Band-Enden in je eine Hand.
  • Durchführung: Mache mit Deinen Armen Ruderbewegungen nach hinten. Dabei ziehst Du Deine Ellenbogen gebeugt nah am Körper vorbei, ohne dabei Deine Schultern hochzuziehen.

Möchtest Du weitere Übungen für Deine Spondylarthrose machen, sind besonders empfehlenswert:

  • Mobilisationsübungen (z. B. Beugen und Strecken der Wirbelsäule, Beckenkippen, Schulterkreisen)
  • Kräftigungsübungen (z. B. Unterarmstütz, Brücke, Kniebeugen)
  • Dehnübungen (z. B. Nackenmuskulatur, Brustmuskulatur, Hüftbeuger)

Folgende Bewegungen solltest Du möglichst wohl dosiert durchführen oder je nach Beschwerdebild vermeiden:

  • schweres Heben mit rundem Rücken
  • ruckartige Drehbewegungen
  • Sprungsportarten
  • häufiges Tragen schwerer Lasten
  • intensives Krafttraining mit hohen Gewichten
  • Sportarten mit abrupten Richtungswechseln

Hilfsmittel bei Spondylarthrose

Die Diagnose Spondylarthrose bedeutet nicht gleich, dass Du unbedingt auf Hilfsmittel angewiesen bist. Je nach Beschwerden können diese jedoch eine gute Unterstützung im Alltag sein, Schmerzen lindern und Bewegungsabläufe erleichtern.

Wenn Du starke Schmerzen hast oder Deine Wirbelsäule temporär Unterstützung benötigt, können nach ärztlicher Verordnung Orthesen oder Stützmieder zum Einsatz kommen. Diese stabilisieren und entlasten die Wirbelsäule. Jedoch sollten diese Hilfsmittel in der Regel nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da hierdurch die Rückenmuskulatur abbaut, die wiederum wichtig ist, um die Wirbelsäule ohne Hilfsmittel stabil zu halten.

Zuhause oder am Arbeitsplatz können viele kleine Hilfsmittel zum Einsatz kommen, um Dich zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise:

  • ergonomische Bürostühle
  • höhenverstellbare Schreibtische
  • Lordosenstützen für den Rücken
  • ergonomische Sitzkissen
  • Nackenkissen
  • Matratzen mit passender Unterstützung der Wirbelsäule
  • Keilkissen zur Förderung einer aufrechten Sitzhaltung

Solche Hilfsmittel ersetzen zwar keine Therapie, können jedoch dazu beitragen, Fehlhaltungen zu vermeiden und längeres Sitzen angenehmer zu gestalten.

Wenn Du durch Schmerzen oder Mobilitätseinschränkungen nicht mehr ohne Probleme gehen kannst, können auch Gehhilfen oder Rollatoren eine Option für Dich sein. Diese stabilisieren Deinen Gang, helfen beim Stehen und können die Belastung für Deine Wirbelsäule reduzieren. Bist Du aufgrund Deiner Spondylarthrose unsicher unterwegs, können Gehhilfen und Rollatoren auch das Risiko von Stürzen verringern.

Auch wenn die meisten Spondylarthrose-Patienten keinen Rollstuhl benötigen, kann diese Mobilitätshilfe in einzelnen Fällen sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn:

  • Du längere Strecken nur noch unter Schmerzen gehen kannst.
  • Du zusätzlich unter anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates leidest.
  • Deine Gehfähigkeit durch neurologische Ausfälle beeinträchtigt ist.
  • Mehrere Deiner Gelenke gleichzeitig von Arthrose im fortgeschrittenen Stadium betroffen sind.

Besonders in diesen Fällen kann ein Rollstuhl Deine Mobilität im Alltag sicherstellen. Besonders elektrische Rollstühle eignen sich, da diese keinen Kraftaufwand für den Antrieb benötigen.

FlixTipp:
Der ergoflix® vario bietet Dir mehr als 250 Einstellmöglichkeiten und lässt sich damit optimal an Deine Körpermaße anpassen. Sorge für eine Entlastung Deiner Gelenke und minimiere das Risiko von Folgebehandlungen. Der ergonomische Nutzen wurde von Therapeuten bestätigt. Der faltbare E-Rollstuhl kann von der Krankenkasse bezuschusst werden, sodass Du einen Großteil der Kosten sparen kannst. Das ergoflix-Team berät Dich gerne unter 02852 9459000 oder info@ergoflix.de.
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Möchtest Du mehr zum Thema Arthrose allgemein erfahren? Schaue Dir gerne unseren Blogbeitrag „Was ist Arthrose? Erfahre mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung!" an.

Kann eine Spondylarthrose zur Berufsunfähigkeit führen?

Wenn Du die Diagnose Spondylarthrose bekommst, heißt das nicht automatisch, dass Du dadurch berufsunfähig bist. Ob Du Deinen Job wie gewohnt ausüben kannst, hängt von Deinen Beschwerden und der ausgeübten Tätigkeit ab. Wenn Du trotz langfristiger Behandlung starke Schmerzen, große Bewegungseinschränkungen oder andere starke Symptome hast, kann dies durchaus dazu führen, dass Deine Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt ist. Eine reine Bürotätigkeit kannst Du dabei unter Umständen noch länger ausüben als einen Job, bei dem Du stark körperlich beansprucht wirst.

FlixTipp:
Hast Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen? Je nach individueller Situation und Versicherungskonditionen hast Du die Möglichkeit, Leistungen zu beziehen. Lasse Dich frühzeitig ärztlich und versicherungsseitig beraten.

Wenn Dein Beruf zur Herausforderung wird, heißt das nicht direkt, dass Du diesen aufgeben musst. Sofern Deine Beschwerden es zulassen, kannst Du zunächst versuchen, Anpassungen an Deinem Arbeitsplatz vorzunehmen. Dazu gehören je nach Berufsfeld beispielsweise:

  • höhenverstellbare Schreibtische
  • ergonomische Bürostühle
  • regelmäßige Bewegungspausen
  • wechselnde Arbeitspositionen
  • Hebehilfen oder Transportwagen

Auch individuelle Arbeitszeitmodelle oder flexible Pausen können helfen, den Berufsalltag besser zu bewältigen.

Fazit

Eine Spondylarthrose entwickelt sich in der Regel schleichend und führt vor allem zu Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule. Auch wenn sich der damit einhergehende Knorpelabbau nicht rückgängig machen lässt, gibt es Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit langfristig zu erhalten. Regelmäßige Bewegung, Physiotherapie, eine ergonomische Gestaltung des Alltags und eine individuell abgestimmte ärztliche Behandlung bilden die Grundlage einer erfolgreichen Therapie. Je früher Du aktiv wirst, desto besser lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung häufig beeinflussen. Sollte die Mobilität trotz Behandlung deutlich eingeschränkt sein, können geeignete Hilfsmittel wie Gehhilfen dazu beitragen, den Alltag weiterhin möglichst selbstständig zu gestalten.

FAQ

Was ist Spondylarthrose?

Spondylarthrose ist eine Erkrankung der kleinen Wirbelgelenke der Wirbelsäule. Dabei nutzt sich der Gelenkknorpel ab, wodurch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Entzündungen entstehen können.

Ist Spondylarthrose ein Bandscheibenvorfall?

Nein, eine Spondylarthrose ist kein Bandscheibenvorfall. Bei der Spondylarthrose sind die kleinen Wirbelgelenke betroffen, bei einem Bandscheibenvorfall hingegen tritt Gewebe der Bandscheibe aus und kann auf Nerven drücken. Beide Erkrankungen können jedoch gleichzeitig auftreten.

Welche Symptome treten bei Spondylarthrose auf?

Typische Symptome einer Spondylarthrose sind Rücken- oder Nackenschmerzen, eine eingeschränkte Beweglichkeit und morgendliche Steifigkeit. Je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt können die Schmerzen auch in Arme oder Beine ausstrahlen oder bei Nervenbeteiligung mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen einhergehen.

Wie behandelt man eine Spondylarthrose?

Eine Spondylarthrose wird in der Regel konservativ behandelt. Dazu gehören Physiotherapie, regelmäßige Bewegung, Schmerzmedikamente sowie Wärme- oder Kältetherapie. Nur in schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein.

Wann ist eine Operation bei Spondylarthrose notwendig?

Eine Operation ist bei Spondylarthrose meist erst dann notwendig, wenn konservative Behandlungen keine ausreichende Wirkung zeigen oder Nerven durch den Verschleiß eingeengt werden. Welche Operationsmethode infrage kommt, entscheidet Dein behandelnder Arzt.

Ist Bewegung gut bei Spondylarthrose?

Ja, Bewegung ist bei Spondylarthrose wichtig. Sie stärkt die Rückenmuskulatur, erhält die Beweglichkeit der Wirbelsäule und kann Schmerzen lindern. Wichtig ist, dass Du auf gelenkschonende Bewegung setzt und Überlastungen vermeidest.

Welcher Sport ist bei Spondylarthrose geeignet?

Geeignet sind bei Spondylarthrose vor allem gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Walking oder Wassergymnastik. Auch gezielte Kräftigungs- und Mobilisationsübungen können helfen, die Wirbelsäule zu entlasten und die Beweglichkeit zu erhalten.

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