
Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Schwierigkeiten mit der Koordination und Gangunsicherheiten können zu einem Sturz führen – die Folgen sind oftmals schwerwiegend. Knochenbrüche oder andere schlimme Verletzungen sind keine Seltenheit. Praktische Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe sind eine erste Maßnahme, um die Sicherheit im Alltag zu erhöhen. In diesem Artikel erklären wir Dir alles Wissenswerte zu diesem Thema, gehen auf die Ursache des Hinfallens ein und beantworten ausführlich die Frage, welche Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe es gibt.
Welche Ursachen machen eine Sturzprophylaxe (auch Sturzprävention) überhaupt notwendig? Zunächst werfen wir einen Blick auf die Definition des Begriffs „Sturzprophylaxe“ und beschäftigen uns mit den Zielen. Kurz und knapp: Die Sturzprophylaxe verfolgt das Ziel, Stürze durch therapeutische und pflegerische Maßnahmen zu vermeiden. Wie wichtig das ist, zeigen auch Statistiken. Rund ein Drittel aller Senioren über 65 Jahre stürzen mindestens einmal pro Jahr schwer. Die Folgen sind neben Hämatomen und Prellungen oft auch Knochenbrüche. Dabei sind Oberschenkelhalsfrakturen – vor allem bei Frauen – nichts Ungewöhnliches.
Die Ursachen für einen Sturz sind meistens sehr vielfältig. Oft kommen mehrere ungünstige Umstände zusammen. Experten unterscheiden zwischen intrinsischen (also vom Patienten ausgehenden) und extrinsischen (von der Umwelt begründeten) Faktoren. Während ein intrinsischer Faktor beispielsweise eine plötzliche Erkrankung wie ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt ist, zählen zu den extrinsischen Faktoren Stolperfallen z. B. Teppichkanten oder schlechte Lichtverhältnisse. Mehr dazu liest Du auch in unserem Blogbeitrag „Sturz Senioren: Tipps wie Du das Hinfallen vermeidest“.
Für Betroffene ist es gut zu wissen, dass es eine Reihe an Hilfsmitteln gibt, die eine sichere Fortbewegung unterstützen. Denn ein Sturz bedeutet in den meisten Fällen neben körperlichen vor allem auch psychische Folgen. Angst vor einem erneuten Hinfallen ist dabei ein großes Thema. Das Resultat: Betroffene ziehen sich zurück, gehen teilweise nicht mehr raus und vernachlässigen soziale Kontakte. Einsamkeit droht, denn Mobilität trägt zur sozialen Teilhabe im Alter bei. Doch welche Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe gibt es nun? Wir haben Dir die wichtigsten nachfolgend aufgelistet:
Mobilitätslösungen und Gehhilfen sind oftmals die ideale Lösung, um eine sichere Fortbewegung zu gewährleisten. Je nach Handicap kann beispielsweise ein
in Frage kommen. Ob ein solches Hilfsmittel für Dich oder Deinen Angehörigen das richtige ist, findest Du am besten in einer Sturzprophylaxe-Beratung heraus. Sprich mit Deinem behandelnden Arzt und frage ihn um Rat – denn die Wahl einer Mobilitätslösung ist sehr individuell und von einer Vielzahl an Faktoren abhängig. Beispielsweise sind Gehstöcke und Rollatoren nur dann für Dich geeignet, wenn eine gewisse Mobilität gegeben und ausreichend Kraft in den Armen vorhanden ist, damit Du Dich abstützen kannst. Ist das nicht der Fall, empfehlen wir Dir, Dich näher mit einem Rollstuhl oder E-Mobil auseinanderzusetzen und Dich in einem Sanitätshaus beraten zu lassen.
Beachte: Viele Mobilitätslösungen können von Deiner Krankenkasse bezuschusst werden. So sparst Du einen Großteil der Kosten. Alles wichtige Dazu haben wir Dir in unserem Blogbeitrag „Kostenübernahme für Hilfsmittel: Hier unterstützt Dich die Krankenkasse" zusammengefasst!
Nachfolgend findest Du weitere hilfreiche Tools, die Dich unterstützen können.
Vielleicht hast Du diese Sturzprophylaxe-Maßnahme schon mal in einem Pflegeheim entdeckt: In vielen Einrichtungen findest Du Handläufe an den Wänden. Auch für das eigene Zuhause kann das Hilfsmittel eine adäquate Möglichkeit sein, um sicher von A nach B zu kommen – denn Du kannst Dich ganz einfach festhalten. Und das sorgt für Stabilität.
Neben einem Handlauf sind Haltegriffe besonders praktische Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe. Vor allem in Sanitäreinrichtungen wird so das Sturzrisiko gesenkt. Besonders beliebt sind Haltegriffe für die Dusche und solche, die an nützlichen Stellen im Badezimmer – z. B. neben der Toilette – montiert werden.
Beachte: Es gibt verschiedene Arten von Sicherheitsgriffen. Diese unterscheiden sich nicht nur in Material, Befestigungsart und Form, sondern auch in der Traglast. Achte darauf, dass die Vorrichtung auf Dein Körpergewicht ausgelegt ist.
Eine der häufigsten Unfallursachen im Badezimmer ist das Ausrutschen auf glatter oder nasser Oberfläche. Neben den oben beschriebenen Haltegriffen entlang der Dusche, Badewanne und Toilette können rutschfeste Unterlagen die Sicherheit erhöhen. Dazu zählen u. a. Fußmatten, Vorleger und Teppiche. Allerdings solltest Du unbedingt darauf achten, dass die Unterseite der Matte rutschfest ist und sich nicht verschiebt. Auch gibt es Unterlagen, die direkt in die Dusche oder Badewanne gelegt werden. Dadurch wird ein glatter Boden ausgeglichen, sodass Du mehr Grip hast, auch wenn Duschgel die Stehfläche bedeckt und möglicherweise rutschig macht.
Im Falle eines Sturzes ist schnelle Hilfe gefragt. Zwar sind Hausnotrufsysteme für Senioren kein Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe, sondern eher eine schnelle Maßnahme, wenn das Unglück bereits geschehen ist. Dennoch sind sie absolut sinnvoll und erwähnenswert beim Thema Sturzprävention. Innerhalb kürzester Zeit wird ein Notruf getätigt, sodass unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden können. Diese Systeme können z. B. um das Handgelenk oder als Anhänger getragen werden. Hausnotruf-Knöpfe gibt es übrigens von ganz unterschiedlichen Anbietern.
In unserem Artikel hast Du bereits eine Reihe an Hilfsmitteln kennengelernt, die das Hinfallen vermeiden. Vor allem Senioren und Menschen mit Handicap profitieren von den kleinen Alltagshelfern. Darüber hinaus gibt es noch weitere Maßnahmen, die wir Dir zur Sturzprophylaxe empfehlen:
Wie oben bereits beschrieben, können spezielle Übungen dabei helfen, allgemein mehr Stabilität zu erlangen und Dich somit noch besser vor Stürzen zu schützen. Die folgenden einfachen, aber effektiven Übungen kannst du zu Hause (auch mit Rollator- oder Stuhlunterstützung) durchführen – am besten mehrmals wöchentlich:

Diese Übungen kannst Du ca. 10x wiederholen und 1-2 Durchgänge täglich machen. Du trainierst damit Deine Bein- und Hüftmuskulatur, was wichtig für ein sicheres Aufstehen und Gehen ist.

Diese Übung kannst Du ca. 3x pro Bein wiederholen. Damit stärkst Du Dein Gleichgewicht und die Knöchelstabilität.

Diese Übungen kannst Du jeweils 10x wiederholen. Dies fördert Deine Balance und stärkt die Unterschenkelmuskulatur.

Diese Übung verbessert Deine Koordination beim Gehen und steigert die Balance bei Richtungswechseln.

Diese Übung kannst Du für ca. 60 Sekunden bzw. 20-30 Schritte pro Beim durchführen. Der Vorgang unterstütztt Deine Bein- und Hüftkraft sowie die Koordination.
Du möchtest weitere Übungen in Deinen Alltag einbauen? Die zertifizierte Reha-Trainerin Melanie zeigt Dir in der FlixFit-Reihe von ergoflix auf YouTube, wie Du Dich sportlich betätigen kannst. Schaue Dir die Videoreihe gerne an und suche Dir die Übungen aus, die für Dich am besten geeignet sind!
Auf dem Markt lassen sich einige Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe finden. Entscheidest Du Dich für eine Mobilitätslösung wie einen Rollator oder einen Rollstuhl, solltest Du vorab auf jeden Fall eine Probefahrt machen. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, Dein Zuhause sicherer zu gestalten. Schnelle Lösungen sind z. B. rutschfeste Matten oder Handgriffe, die mit einem Saugsystem im Bad befestigt werden. Andere Lösungen, wie die Montage von Handläufen, benötigen mehr Vorlaufzeit und sind mit baulichen Maßnahmen verbunden. Hier solltest Du einen Fachhändler kontaktieren und Dich entsprechend beraten lassen.
Im Rahmen der Sturzprophylaxe sollte man Risiken für Stürze erkennen und reduzieren, die eigene Balance, Koordination und Kraft verbessern und dadurch die sichere Mobilität sowie Selbstständigkeit im Alltag erhalten.
Zur Sturzprophylaxe gehören vor allem das Beseitigen von Stolperfallen, das Schaffen guter Lichtverhältnisse, die Überprüfung von Gesundheits- und Risikofaktoren, die Nutzung von Mobilitätshilfen sowie regelmäßiges Training von Kraft und Balance.
Zu den wichtigsten Hilfsmitteln bei der Sturzprophylaxe gehören Gehstock, Rollator oder Rollstuhl, Handläufe und Haltegriffe in der Wohnung sowie rutschfeste Unterlagen. Ergänzend können Hausnotrufsysteme im Notfall schnelle Hilfe ermöglichen.
Effektive Übungen zur Sturzprophylaxe lassen sich gut zu Hause durchführen: Du kannst mehrmals täglich das Aufstehen und Hinsetzen vom Stuhl trainieren, um Bein‑ und Hüftmuskulatur zu stärken. Das Stehen auf einem Bein hinter einem Stuhl hilft, Balance und Knöchelstabilität zu verbessern. Fersen‑ und Zehenheben trainiert die Unterschenkelmuskulatur und fördert das Gleichgewicht. Gleichgewicht‑Schritte steigern die Koordination beim Gehen und Auf‑der‑Stelle‑Marschieren mit hoch‑gehobenen Knien fördert Kraft, Koordination und Hüftbeweglichkeit.

2 comments on “Welche Hilfsmittel unterstützen die Sturzprophylaxe?”
Bin von Geburt spastisch Gelähmt habe auch eine Künstliche Hüfte, leider stürze ich oft,auch wegen Gleichgewicht Störungen. Passiert auch,dass ich trotz Rollator stürze..Vielleicht ist er zu leicht, Gibt es einen der nicht so leicht umfallen kann, mit mir?? Bin 73 Jahre alt.
Hallo Hannelore,
vielen Dank für Deine Nachricht. Es tut uns leid zu hören, dass Du trotz der Nutzung eines Rollators weiterhin stürzt. Bei spastischen Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen ist es entscheidend, einen Rollator zu wählen, der maximale Stabilität und Sicherheit bietet. Ein stabilerer, etwas schwererer Rollator kann mehr Sicherheit bieten und das Risiko des Umkippens reduzieren.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Rollator mit Unterarmauflage. Diese Modelle bieten zusätzliche Unterstützung durch Unterarmauflagen, die das Gewicht gleichmäßiger verteilen und die Stabilität erhöhen.
Lasse Dich am besten in einem Sanitätshaus beraten, um einen passenderen Rollator zu finden.
Wir wünschen Dir für Deine Zukunft alles Gute!
Herzliche Grüße aus Hamminkeln
Dein ergoflix-Team