COPD: Symptome, Ursachen und Behandlung

Das Bild zeigt einen älteren Mann und eine ältere Frau, die auf einem Sofa sitzen. Er hustet und sie sorgt sich um ihn.

Wenn Du unter anhaltendem Husten sowie zähem Auswurf leidest und Aktivitäten gleichzeitig immer anstrengender werden, können dies Anzeichen für eine COPD-Erkrankung sein. Bei COPD handelt es sich um eine dauerhafte Entzündung der Atemwege, die in den meisten Fällen durch das Rauchen von Tabak entsteht. Die Diagnose stellt in der Regel ein Lungenfacharzt, welcher gleichzeitig die Behandlung übernimmt. Dabei handelt es sich jedoch hauptsächlich um Symptombehandlung, komplett heilbar ist COPD nach aktuellem medizinischen Stand nicht.

Das Wichtigste in Kürze
• COPD bezeichnet eine nicht heilbare Verengung der Atemwege aus einer Kombination von chronischer Bronchitis und Lungenemphysem.
• Verursacht wird COPD in den meisten Fällen durch jahrelanges Rauchen.
• Auch wenn COPD nicht heilbar ist, können Maßnahmen wie der Rauchstopp, Medikamente oder eine Sauerstofftherapie helfen.

Was ist COPD?

COPD steht für Chronic Obstructive Pulmonary Disease (Deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Wer an COPD erkrankt ist, leidet unter einer dauerhaften und in der Regel fortschreitenden Verengung der Atemwege, die mit einer chronischen Entzündung des Lungengewebes einhergeht.

Typisch für COPD ist die Kombination aus zwei Erkrankungen, die in unterschiedlicher Ausprägung fast immer gemeinsam auftreten:

  • Chronische Bronchitis: dauerhafte Entzündung der Bronchialschleimhaut mit Husten und Auswurf
  • Lungenemphysem: irreversible Zerstörung der Lungenbläschen (Alveolen), in denen der Sauerstoffaustausch stattfindet

Doch was genau versteht man unter diesen beiden Erkrankungen?

Chronische Bronchitis

Eine chronische Bronchitis entsteht durch eine anhaltende Entzündung der Bronchialschleimhaut. Durch diese Entzündung werden die schleimproduzierenden Drüsen vergrößert und vermehrt Becherzellen gebildet, wodurch mehr und zäherer Schleim entsteht. Zudem ist der Reinigungsmechanismus gestört, der Schleim wird also nicht mehr in ausreichendem Maße durch feien Flimmerhärchen abtransportiert. So staut sich der Schleim, die Entzündung wird chronisch und zudem bildet sich ein perfekter Nährboden für Bakterien, die den Krankheitsverlauf wiederum negativ beeinflussen können.

Gut zu wissen:
Erst wenn Husten und Aufwurf über mindestens 3 Monate in mindestens 2 aufeinanderfolgenden Jahren an den meisten Tagen aufgetreten sind, spricht man in der Medizin von einer chronischen Bronchitis.

Lungenemphysem

In gesundem Zustand sind die Lungenbläschen im menschlichen Körper kleine, traubenartige Luftsäckchen mit äußerst dünnen Wänden, an denen der Sauerstoff ins Blut übertritt und Kohlendioxid abgegeben wird.

Leidest Du an einem Lungenemphysem, werden die Wände der Lungenbläschen (Alveolen) zerstört – und das dauerhaft. Dies führt dazu, dass mehrere Alveolen zu einem funktionslosen Hohlraum verschmelzen. Dies hat zwei zentrale Folgen:

  1. Durch eine geringere Spannkraft des Lungengewebes kollabieren die kleinen Atemwege vor allem beim Ausatmen vorzeitig. Dies führt dazu, dass Luft in der Lunge verbleibt, die eigentlich noch ausgeatmet werden müsste. Dadurch nimmt das Lungenvolumen insgesamt zu.
  2. Über die Wände der Alveolen findet ein Gasaustausch statt. Durch das Verschmelzen der Alveolen verringert sich folglich auch die Gesamtoberfläche der Wände, wodurch der Gasaustausch gestört wird. Dadurch entsteht im Blut ein Sauerstoffmangel (Hypoxämie). Diesen merkst Du zunächst bei Belastung, in fortgeschrittenem Stadium aber auch im Ruhezustand.

COPD-Ursachen: Was sind die Auslöser?

Die wichtigsten Auslöser für COPD stellen wir Dir in diesem Kapitel vor.

Rauchen

Das Tabakrauchen ist in Deutschland der wichtigste Risikofaktor für COPD1. Die Schadstoffe im Zigarettenrauch lösen dabei eine Entzündung in den Bronchien aus. Außerdem aktivieren die Schadstoffe Immunzellen, die wiederum Enzyme freisetzen, welche für den Abbau von Gewebe verantwortlich sind. Letztlich werden durch das Rauchen die Bronchialschleimhaut und die Lungenbläschen dauerhaft geschädigt. Natürlich erkrankt nicht jeder Raucher an COPD, das Risiko steigt jedoch enorm, wenn über Jahre oder Jahrzehnte geraucht wird – übrigens unabhängig davon, ob Du Zigaretten, Zigarren oder E-Zigaretten rauchst.

Feinstaub und andere Schadstoffe

Auch unabhängig des Rauchens gibt es weitere schädliche Faktoren, die COPD begünstigen können. Dazu zählen:

  • Feinstaub
  • Stickoxide
  • Luftschadstoffe aus dem Verkehr und der Industrie
  • Verbrennen fester Brennstoffe (z. B. beim Kochen auf offenem Feuer oder mit Kohleöfen in schlecht belüfteten Räumen)
  • Passivrauch in Innenräumen
  • Dämpfe von Reinigungsmitteln

Berufsbedingte Belastung

Einige Berufe bringen eine besondere Belastung für die Atemwege mit sich. Wenn Du zum Beispiel im Bergbau, in der Landwirtschaft, in der Textilindustrie, im Baugewerbe oder in der Metallverarbeitung tätig bist, solltest Du besonders aufmerksam sein. Wenn Du dort nämlich Stäuben, Gasen oder Dämpfen ausgesetzt bist, kann dies das Risiko für COPD erhöhen.

Genetik

Eine Ursache für COPD kann auch die Erbkrankheit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) sein. Dabei passiert im Körper Folgendes: Dein Immunsystem setzt dauerhaft das Enzym Elastase frei, das dabei hilft, eingedrungene Erreger und beschädigtes Gewebe abzubauen. Damit dieses Enzym dabei nicht auch gesundes Lungengewebe zerstört, produziert Deine Leber in der Regel ein Gegenspieler-Eiweiß, das Alpha-1-Antitrypsin. Dieses bremst die Elastase genau dort, wo sie nicht gebraucht wird. Fehlt dieses Schutzeiweiß oder ist es aufgrund der genetischen Veränderung fehlerhaft gefaltet und wird gar nicht erst freigesetzt, wird dieses Gleichgewicht gestört: Die Elastase kann in der Folge ungebremst arbeiten und baut nach und nach das elastische Gewebe der Lungenbläschen ab. Die Folge ist ein Lungenemphysem2.

Symptome von COPD

Besonders wenn Du rauchst, solltest Du auf mögliche Warnzeichen Deines Körpers achten. Eine COPD wird häufig erst spät erkannt, da einige Symptome zunächst mit den Folgen des Rauchens oder Alterserscheinungen in Verbindung gebracht werden. Folgende Symptome sind typisch für COPD:

  • Belastungsdyspnoe: Atemnot bei großer Belastung, zum Beispiel Sport oder Treppensteigen.
  • Chronischer Husten: Der Husten hält über Wochen oder Monate an, ist morgens häufig am stärksten und tritt zusammen mit Auswurf auf.
  • Auswurf (Sputum): Der Auswurf ist meistens zäh und weiß-glasig.
  • Atemnot in Ruhe: Im fortgeschrittenen Stadium tritt Atemnot bei COPD-Patienten häufig auch im Ruhezustand auf, dafür ist dann nicht mehr zwingend eine körperliche Anstrengung nötig.

Weitere mögliche Begleiterscheinungen sind pfeifende Atemgeräusche (Giemen), ein Engegefühl im Brustkorb, ungewollter Gewichtsverlust und Muskelabbau in fortgeschrittenen Stadien (COPD-Kachexie) sowie eine verminderte körperliche Belastbarkeit im Alltag.

Wenn Du eines oder mehrere der oben genannten Symptome feststellst, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dies kann entweder Dein Hausarzt oder direkt ein Lungenfacharzt (Pneumologe) sein. Mithilfe des Klinikradars kannst Du direkt nach Krankenhäusern in Deiner Nähe suchen. Jetzt Klinik finden unter: https://klinikradar.de/copd/kliniken.

Gut zu wissen:
Da COPD und Asthma häufig die gleichen Symptome hervorrufen, sollte der Unterschied zwischen den beiden Erkrankungen deutlich sein: Asthma entsteht durch eine Überempfindlichkeit der Atemwege und hat häufig allergische Auslöser – die Atemwege können sich wieder erholen und es entstehen nicht unbedingt dauerhafte Schäden. COPD hingegen ist eine chronische und meist fortschreitende Erkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft verengt sind. Die Ursache ist häufig eine Schadstoffbelastung und die Erkrankung ist nicht heilbar.

Diagnose: Wie wird COPD festgestellt?

Die Diagnose COPD wird durch eine Kombination unterschiedlicher Verfahren gestellt:

  • Anamnese und Untersuchung: Zunächst stellt Dein Arzt Dir einige Fragen, unter anderem zum Rauchen, sonstiger Schadstoffbelastung und familiären Vorbelastungen. Außerdem wird er Dich nach Deinen Symptomen fragen und Dich abhören, um zum Beispiel ungewöhnliche Atemgeräusche zu erkennen.
  • Lungenfunktionstest (Spirometrie): Bei der Spirometrie pustest Du in ein Gerät, welches misst, wie viel Luft Du insgesamt und wie viel Du innerhalb der ersten Sekunde (FEV1-Wert) ausatmest. Im Anschluss wird der Test bei Verdacht noch einmal nach der Einnahme eines bronchienerweiternden Medikamentes durchgeführt. Liegt Dein FEV1-Wert dabei unter 70 Prozent (atmest Du also weniger als 70 Prozent der insgesamt ausgeatmeten Luft innerhalb der ersten Sekunde aus), ist COPD weitestgehend gesichert.
  • Bildgebende Verfahren: Ein Röntgenbild wird nicht direkt zur COPD-Diagnosestellung eingesetzt, sondern vielmehr, um andere Erkrankungen wie Lungenkrebs oder eine Lungenentzündung auszuschließen.
  • Blutgasanalyse: Mithilfe einer Blutentnahme kann der Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt in Deinem Blut nachgewiesen werden. Ist Dein COPD bei der Diagnose bereits fortgeschritten, kann diese Untersuchung dabei helfen, die Notwendigkeit einer Sauerstofftherapie zu bestätigen.

Welche COPD-Stadien gibt es?

Die Einteilung von COPD in unterschiedliche Stadien erfolgt durch zwei unterschiedliche Klassifikationen. Die GOLD-Klassifikation gibt an, wie gut Deine Lunge noch funktioniert und eine zusätzliche Einteilung in Gruppen gibt an, wie sehr Dich die Erkrankung im Alltag einschränkt.

1. GOLD-Klassifikation

Die Grundlage für die Einteilung von COPD in Stadien bildet eine internationale Leitlinie der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD)3. Daher spricht man auch von der sogenannten GOLD-Klassifikation.

Um diese vorzunehmen, musst Du einen Lungenfunktionstest machen (Spirometrie). Dabei atmest Du in ein Gerät, das misst, wie viel Luft Du in der ersten Sekunde ausatmest (FEV1-Wert). Je weniger Luft Du ausatmest, desto stärker sind Deine Atemwege und desto niedriger fällt der Prozentwert in der anschließenden Bewertung aus.

Die Bewertung des Lungenfunktionstests erfolgt anschließend in folgenden Stufen:

GOLD-GradSchweregradWas bedeutet das?
GOLD 1leichtDeine Lungenfunktion ist beinahe im Normalbereich (mehr als 80 Prozent vom Sollwert). Eine Einschränkung ist in der Regel kaum spürbar.
GOLD 2mittelgradigDeine Lungenfunktion ist spürbar eingeschränkt (50 bis 79 Prozent vom Sollwert). Es wird eine Atemnot bei Anstrengung bemerkbar.
GOLD 3schwerDeutliche Einschränkung (30 bis 49 Prozent vom Sollwert). Alltägliche Belastungen fallen spürbar schwerer.
GOLD 4sehr schwerStarke Einschränkung (unter 30 Prozent vom Sollwert). Die Atemnot tritt oft auch in Ruhephasen auf.

Da dieser Wert lediglich die reine Lungenfunktion unabhängig von Deinem Wohlbefinden bewertet, ist ein weiteres Kriterium nötig, um ein endgültiges COPD-Stadium festzulegen.

2. Einteilung in Gruppe A, B und C

Neben dem Lungenfunktionstest wird Dein Arzt zwei weitere Faktoren abfragen, um Dein COPD-Stadium zu bewerten:

  1. Einschränkung im Alltag: Mithilfe unterschiedlicher Fragen erhält Dein Arzt einen Eindruck davon, wie sehr Dich die COPD-Symptome wie Atemnot und Husten im Alltag einschränken.
  2. Verschlechterungen: Dein Arzt wird Dich fragen, wie häufig plötzliche Verschlechterungen (Exazerbation) Deines Zustandes auftreten und dies in die Bewertung einfließen lassen.

Aus diesen Informationen ergibt sich eine von drei Gruppen:

  • Gruppe A: Du hast wenige Beschwerden und im vergangenen Jahr höchstens eine leichte Verschlechterung ohne Klinikaufenthalt erfahren.
  • Gruppe B: Du hast spürbar mehr Beschwerden im Alltag, aber ebenfalls höchstens eine leichte Verschlechterung ohne Klinikaufenthalt im vergangenen Jahr.
  • Gruppe E: Du hattest mindestens zwei Verschlechterungen im vergangenen Jahr oder schon eine, die einen Krankenhausaufenthalt nötig gemacht hat – unabhängig davon, wie stark Deine sonstigen Beschwerden sind.

Endgültige Einstufung in ein COPD-Stadium

Um Dich in ein COPD-Stadium einzustufen, werden einfach die beiden oben genannten Kriterien zusammengefasst. Das heißt, Dein Arzt kann zum Beispiel feststellen, dass Du Dich in „GOLD 2B" befindest, also eine mittelgradig eingeschränkte Lungenfunktion (2) mit spürbaren Alltagsbeschwerden (B) hast. Diese Einstufung ist vor allem wichtig, um eine geeignete Behandlung planen zu können.

COPD-Behandlung: Welche Therapien gibt es?

Zunächst ist es wichtig zu wissen: COPD ist nicht heilbar. Ziel der Behandlung ist es, Symptome zu lindern, Exazerbationen zu vermeiden, die körperliche Belastbarkeit zu erhalten und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Das Rauchen einstellen

Für Raucher ist die wichtigste Maßnahme, unbedingt mit dem Rauchen aufzuhören, um die Lungenfunktion nicht noch weiter zu schädigen. Egal in welchem Stadium Du Dich befindest: Der Rauchstopp ist immer hilfreich, um Deine Lunge nicht weiter zu belasten.

FlixTipp:
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit das das Informationsportal „rauchfrei-info" ins Leben gerufen. Dort findest Du Beratungsangebote, Unterstützung und Möglichkeiten zum Austausch. Wenn Du mit dem Rauchen aufhören möchtest, kann das Portal Dir hilfreiche Unterstützung bieten.
rauchfrei-ino.de besuchen

Medikamente

Bei COPD ist auch eine medikamentöse Therapie möglich, um die Symptome zu lindern.

Häufig eingesetzt werden sogenannte Bronchodilatatoren zur Inhalation. Diese erweitern Deine Bronchien, sorgen dafür, dass sich die Muskulatur entspannt und Du wieder besser ausatmen kannst. Man unterscheidet dabei Beta-2-Sympathomimetika und Anticholinergika, jeweils in kurz- und langwirksamer Form (SABA/LABA bzw. SAMA/LAMA). Manche wirken wenige Stunden und werden bei akuter Atemnot genutzt, andere halten den ganzen Tag über an und werden als Dauertherapie eingesetzt.

Als Ergänzung zu Bronchodilatatoren werden bei manchen Patienten auch Inhalative Kortikosteroide (ICS) eingesetzt. Diese haben eine entzündungshemmende Wirkung, werden jedoch nur zeitlich begrenzt bei zum Beispiel vermehrten plötzlichen Verschlechterungen eingesetzt, da sie bei COPD-Patienten das Risiko einer Lungenentzündung (Pneumonie) erhöhen können.

Gut zu wissen:
Die Medikamenteneinnahme sowie alle weiteren Therapien solltest Du stets mit Deinem Arzt abstimmen und nicht eigenständig darüber entscheiden.

Regelmäßige Bewegung

Wenn Du unter Atemnot leidest, kommt Dir unter Umständen nicht direkt in den Sinn, Dich mehr zu bewegen. In einem an Deine Belastbarkeit angepassten Maße ist Bewegung bei COPD jedoch sinnvoll. Das ist der Grund: Wenn Du Aktivitäten gänzlich meidest, führt dies auf Dauer dazu, dass Deine Muskulatur – zum Beispiel die Atemmuskulatur und auch Muskulatur an Deinen Beinen – abnimmt. Dies führt dazu, dass Du für jegliche Bewegung im Alltag mehr Sauerstoff benötigst, weil Dein Körper ineffizienter arbeitet als der von trainierten Menschen. Dadurch kann Deine Atemnot bei Anstrengung mit der Zeit immer stärker werden.

Angepasste Bewegung kannst Du in Absprache mit Deinem Arzt, bei einer Reha-Maßnahme oder auch in Form von Lungensport erlernen. Lasse Dir diese Maßnahmen von Deinem Arzt verordnen, dann werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Sauerstofftherapie

Wenn Du im fortgeschrittenen Stadium (z. B. GOLD 3-4) an COPD leidest, kann eine Sauerstofftherapie nötig werden. Über ein Sauerstoffgerät atmest Du mithilfe einer Nasenmaske zusätzlichen Sauerstoff ein. Besprich diese Therapie mit Deinem Arzt, er kann Dir ein entsprechendes Gerät verordnen. Inzwischen gibt es sogar mobile Geräte, mit denen Du auch außerhalb Deiner eigenen vier Wände flexibel unterwegs bist.

Impfungen

Wenn Du an COPD leidest, solltest Du Dich besonders vor Infekten der Atemwege schützen, denn diese können zu einer enormen Verschlechterung führen. Wie oben bereits erklärt, bietet der bei COPD in den Bronchien angesammelte Schleim einen guten Nährboden für Viren und Bakterien. Außerdem können Schleimhäute, die ohnehin geschwächt sind, sich nicht wie gewohnt gegen Infekte wehren. Um Dich möglichst gut vor Infekten zu schützen, kannst Du auf Impfungen zurückgreifen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt COPD-Patienten die Impfung gegen Influenza, Pneumokokken (häufig Auslöser für Lungenentzündungen) sowie Herpes zosta4.

Wie hoch ist die Lebenserwartung mit COPD?

Eine pauschale Aussage über die Lebenserwartung von COPD-Patienten gibt es nicht, da diese von unterschiedlichen Faktoren abhängt:

Wird die Erkrankung früh erkannt?

Je früher COPD erkannt wird, desto eher kannst Du etwas dagegen unternehmen. Du kannst sowohl schädigende Reize wie zum Beispiel das Rauchen einstellen und auch mit den oben genannten Therapiemöglichkeiten einer Verschlechterung entgegenwirken. Je mehr Lungengewebe über die Zeit irreversibel geschädigt ist, desto gravierender ist der Verlauf.

Gut zu wissen:
Mit dem Rauchen aufzuhören, ist in diesem Fall der größte Hebel, den Du betätigen kannst. Auch in einem späten COPD-Stadium lohnt sich dies, um mögliches verbleibendes gesundes Lungengewebe nicht auch noch zu zerstören.

Wie oft treten Verschlechterungen auf?

COPD geht häufig mit plötzlichen Verschlechterungen einher, wie wir oben bereits erklärt haben. Jede dieser Verschlechterungen kann das Lungengewebe weiter schädigen, sodass Du nicht mehr auf das Niveau vor der Verschlechterung zurückkommst. Je mehr dieser Zustände Du hast, desto schneller schreitet der Verlauf voran.

Liegen Begleiterkrankungen vor?

Menschen mit COPD leiden häufig an weiteren Krankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Knochenschwund (Osteoporose), Muskelabbau, Depressionen oder Lungenkrebs. Nicht selten sind direkte Zusammenhänge zu erkennen: Rauchen schädigt zum Beispiel nicht nur die Lunge, sondern auch die Blutgefäße, was sich negativ auf das Herz auswirken kann. Der chronische Entzündungszustand durch COPD wiederum betrifft nicht nur die Lunge, sondern den ganzen Körper, was zum Beispiel den Knochenstoffwechsel beeinträchtigt und damit Osteoporose begünstigen kann. Liegen also mehrere Erkrankungen parallel vor, kann dies eine schlechtere Prognose für die Patienten bedeuten.

Wie ist die allgemeine körperliche Fitness?

Wie oben bereits erklärt, kann sich eine mangelhafte körperliche Fitness negativ auf den COPD-Verlauf auswirken. Besitzt Du wenig Muskelmasse, benötigt Dein Körper für Bewegung mehr Sauerstoff als bei einem fitten Menschen. Dies wiederum führt dazu, dass Du bei Aktivitäten zunehmend Atemnot verspüren kannst.

COPD im Endstadium: Was bedeutet das?

Bei COPD im Endstadium (GOLD 4) liegt die Lungenfunktion bei höchstens 30 Prozent ausgehend vom Sollwert. Durch die stark eingeschränkte Lungenfunktion besteht in diesem COPD-Stadium beinahe dauerhaft eine Atemnot – auch im Ruhezustand. Anstrengende Aktivitäten sind in der Regel nicht mehr möglich. Patienten in diesem Zustand sind zudem häufig auf eine Sauerstoffversorgung oder sogar eine zusätzliche Beatmung angewiesen.

Wie oben schon erwähnt, ist die Sauerstoffabgabe bei COPD-Patienten durch den Zusammenschluss mehrerer Alveolen vermindert. Dadurch entsteht ein dauerhafter Sauerstoffmangel im Blut und die Blutgefäße in der Lunge ziehen sich als Reflex zusammen. Damit versucht der Körper, den Blutfluss auf besser belüftete Lungenbereiche umzuleiten, was aber bei einer Lunge, die großflächig geschädigt ist, nicht mehr ausreichend funktioniert – stattdessen steigt der Druck im gesamten Lungenkreislauf. Da die rechte Herzkammer im menschlichen Körper dafür verantwortlich ist, das Blut durch die Lunge zu pumpen, wird diese enorm belastet (Cor pulmonale). Der rechte Herzmuskel kämpft förmlich dauerhaft gegen einen Druck und verliert dadurch an Kraft. Dies wiederum kann zum Beispiel zu Wassereinlagerungen in den Beinen führen, da das Herz nicht mehr in der Lage ist, das Blut ausreichend zurück zu transportieren.

Bei COPD im Endstadium ist es wichtig, dennoch Maßnahmen zu ergreifen und nicht in eine Handlungslosigkeit zu verfallen. Ziel der Maßnahmen sollte es sein, die Atemnot und Erschöpfung zu lindern. Außerdem ist es wichtig, zum Beispiel mit psychologischer Unterstützung einer möglichen Angst entgegenzuwirken. Diese kann eine Atemnot nämlich verstärken. Die Begleitung durch einen Palliativdienst ist für viele COPD-Patienten im Endstadium eine große Unterstützung. Das Team begleitet Dich bei den medizinischen Maßnahmen, kann Dir Medikamente gegen auftretende Symptome geben und auch Deine Angehörigen unterstützen.

Auch im COPD-Endstadium ist es je nach körperlicher Verfassung möglich, weiterhin mobil zu bleiben: Ein mobiles Sauerstoffgerät und auch Hilfsmittel wie zum Beispiel ein elektrischer Rollstuhl können dabei unterstützen. Lasse Dich von Deinem Arzt oder dem Palliativdienst beraten und beantrage für Dein Hilfsmittel, wenn möglich, einen Krankenkassenzuschuss.

FlixTipp:
Wie Du Dein Hilfsmittel bei der Krankenkasse beantragst, erfährst Du in unserem Blogbeitrag „Kostenübernahme für Hilfsmittel: Hier unterstützt Dich die Krankenkasse".
Zum Blogbeitrag

Fazit

Da sich COPD häufig über Jahre entwickelt, solltest Du typische Symptome wie anhaltenden Husten, Auswurf und Atemnot unbedingt ernst nehmen und ärztlich abklären lassen. Vor allem das Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für COPD und sollte spätestens mit einer COPD-Diagnose sofort eingestellt werden. Auch wenn COPD nicht gänzlich heilbar ist, können Medikamente, eine Sauerstofftherapie und ausreichend Bewegung Symptome lindern bzw. den Verlauf positiv beeinflussen. Nutze außerdem Hilfsmittel wie einen elektrischen Rollstuhl und lasse Dich vor allem im COPD-Endstadium von einem Palliativteam betreuen.

FAQ

Was ist COPD?

COPD ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Dabei handelt es sich um eine dauerhafte, meist durch Rauchen verursachte, Verengung und Entzündung der Atemwege, die sich aus chronischer Bronchitis und Lungenemphysem zusammensetzt und vor allem das Ausatmen erschwert.

Was sind die ersten Anzeichen von COPD?

Typische frühe Anzeichen von COPD sind ein anhaltender Husten mit Auswurf, der über Wochen bis Monate immer wiederkehrt, sowie eine Atemnot bei körperlicher Anstrengung.

Kann sich die Lungenfunktion bei COPD wieder verbessern?

Bereits zerstörtes Lungengewebe wächst nicht wieder nach. Durch einen Rauchstopp, die passende medikamentöse Therapie und vor allem regelmäßiges Training lässt sich aber sowohl der weitere Rückgang der Lungenfunktion verlangsamen als auch die Belastbarkeit verbessern, weil trainierte Muskulatur die geschädigte Lunge entlastet.

Ist COPD heilbar?

Nein, COPD ist nicht heilbar, da die Schäden an Bronchialschleimhaut und Lungenbläschen dauerhaft sind. Die Erkrankung ist jedoch gut behandelbar, sodass sich Beschwerden lindern, das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität über viele Jahre erhalten lassen.

Welche 4 Stadien von COPD gibt es?

Nach der GOLD-Klassifikation wird COPD anhand der Lungenfunktion (FEV1-Wert) in vier Grade eingeteilt: GOLD 1 (leicht, FEV1 mehr als 80 Prozent vom Sollwert), GOLD 2 (mittelgradig, 50 bis 79 Prozent), GOLD 3 (schwer, 30 bis 49 Prozent) und GOLD 4 (sehr schwer, unter 30 Prozent).

Was ist der Unterschied zwischen COPD und Asthma?

Asthma tritt meist anfallsartig auf, beginnt oft schon im Kindes- oder Jugendalter und lässt sich durch Medikamente weitgehend rückgängig machen, während COPD sich langsam über Jahre entwickelt, häufig durch Schadstoffe wie Zigarettenrauch entsteht und sich auch mit Medikamenten nicht vollständig zurückbildet.

Quellenverzeichnis

  1. Robert Koch Institut: COPD: Prävalenz (ab 45 Jahre). Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2024; abgerufen am 13.08.2026. ↩︎
  2. Lungenärzte im Netz: Was ist Alpha-1-Antitrypsin-Mangel?; abgerufen am 13.08.2026 ↩︎
  3. Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease - GOLD; abgerufen am 13.08.2026 ↩︎
  4. Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin 4/2026; abgerufen am 13.08.2026 ↩︎
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