Dekubitusprophylaxe: So beugst Du Druckstellen im Rollstuhl vor
20. August 2021
Lesezeit: 5 Minuten
Zuletzt aktualisiert am 20. Januar 2026
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Von Dekubitus (Druckgeschwüren) sind vorrangig Menschen betroffen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Auch langes Sitzen im Rollstuhl kann die Entstehung der schmerzhaften Wundstellen begünstigen. Mit welchen Maßnahmen Du diesem entgegenwirken kannst, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.
Wie die alternative Bezeichnung richtig vermuten lässt, entsteht Dekubitus durch langen Druck auf eine Körperstelle. Auch die Kombination mit Scherkräften kann die Entstehung verstärken. Durch die Belastung von außen kann es zu einem Versorgungsengpass an den entsprechenden Hautstellen kommen. Blutgefäße und die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen werden abgeklemmt. Es kommt zu einer Schädigung der Hautoberfläche. Je nach Stärke kann diese zum Absterben des Gewebes und sogar zu tiefen, offenen Wunden führen.
Grundsätzlich können Druckgeschwüre demnach durch mangelnden Positionswechsel ausgelöst werden. Doch für die Dekubitusprophylaxe solltest Du auch andere verstärkende Faktoren kennen:
langes Sitzen oder Liegen in unveränderter Position
vermindertes Schmerzempfinden und Nichtbemerken von Druck
Unterernährung
Übergewicht (Adipositas)
negative Beeinflussung der Hautschicht – etwa durch Nässe oder sehr trockene Haut
Flüssigkeitsmangel (führt zu trockener Haut)
mangelnde Durchblutung
Reibung von empfindlichen Hautpartien
Scherkräfte – durch Ziehen von empfindlichen Körperstellen über einen Untergrund
Maßnahmen der Dekubitusprophylaxe
Besonders häufig betroffen sind Körperstellen, bei denen sich Knochen direkt unter der Haut befinden. Bei langem Liegen und Sitzen ohne Positionswechsel sind diese besonders empfindlich, wenn sie dauerhaftem und punktiertem Druck ausgesetzt sind.
Bei rollstuhlfahrenden Personen sind diese Körperstellen von Dekubitus besonders gefährdet:
Fersen
Sitzbein
Hüfte
Steißbein
Schulterblatt
Hinterkopf (wenn Du eine hohe Lehne nutzt)
Der erste Schritt der Dekubitusprophylaxe (Dekubitus vorbeugende Maßnahmen) besteht demnach darin, den Druck auf diese Partien zu verringern. Wenn möglich, solltest Du für Entlastung dieser Stellen sorgen. Nicht immer ist ein regelmäßiger Positionswechsel machbar. Es gibt aber mehrere Maßnahmen, die Dich bei der Vorbeugung eines Druckgeschwürs unterstützen können.
Passende Rollstuhlmaße
Wenn Du dauerhaft oder über einen langen Zeitraum auf einen Rollstuhl angewiesen bist, sollte dieser Deinen individuellen Körpermaßen entsprechen. Es empfiehlt sich daher dringend, vor dem Kauf das entsprechende Modell Probe zu fahren. Verlasse Dich dabei auf das geschulte Auge von Fachpersonal. Dieses kann Dich unter anderem darauf hinweisen, wenn Du zu eingeengt sitzt. Das kann bei der Dekubitusprophylaxe ausschlaggebend sein, denn Druck durch den Rahmen kann Wundstellen begünstigen.
Grundsätzlich sollte das Kissen in Deinem Rollstuhl einen hohen Komfort bieten. Wenn Du zu sehr empfindlicher Haut neigst, sind aber weitere Maßnahmen ratsam. Zur Vorbeugung von Dekubitus gibt es spezielle Rollstuhlkissen. Anti-Dekubitus-Kissen wirken besonders druckentlastend und sind anders konzipiert als herkömmliche Ausführungen. Bei Inkontinenz solltest Du außerdem auf ein Kissen mit entsprechenden Eigenschaften zurückgreifen. Dieses verfügt über eine hohe Saugfähigkeit und verhindert, dass Du über lange Zeit auf einem feuchten Untergrund sitzt.
Lasse Dich bei Interesse in einem Sanitätshaus in Deiner Nähe beraten. Dort kannst Du das Kissen in der Regel direkt testen.
Dekubitus vorbeugen durch Hautpflege
Eine weitere unterstützende Maßnahme ist ausreichender Hautschutz. Bereits angegriffene Haut neigt noch schneller zur Schädigung. Wenn Du sehr empfindliche Hautstellen hast, solltest Du zu Dekubitusprophylaxe-Salbe greifen.
Für durch Inkontinenz oder starkes Schwitzen angegriffene Partien gibt es spezielle Barrierecremes. Diese sorgen für einen wasserabweisenden Schutz gegen äußere Einflüsse.
Ein häufiger Fehler: der Griff zu Vaseline oder Melkfett. Diese schließen die Hautporen. Alkoholhaltige Produkte und Zinksalbe trocknen zudem aus. Als vorbeugende Maßnahme solltest Du die Nutzung daher vermeiden.
Wasserhaushalt und Ernährung anpassen
Ein indirekter Faktor der Dekubitusprophylaxe ist die Ernährung. Grundsätzlich wirkt sich eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme auf Deine Haut aus. Aber auch Mangel- und Unterernährung greifen diese an. Darüber hinaus werden die Stellen direkt über Knochen noch empfindlicher, da die entsprechende Fettschicht fehlt. Hinzu kommen fehlende Nährstoffe, die sich auf Deinen gesamten Körper auswirken.
Durch Fehlernährung ausgelöstem Übergewicht sollte ebenfalls entgegengesteuert werden. Das höhere Gewicht führt zu einem stärkeren Druck auf belastete Körperstellen.
Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen solltest Du daher auch immer Ernährung und Wasserzufuhr im Blick haben.
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das haben sehr gut gemacht lg
Vielen lieben Dank. Das lesen wir immer gerne.
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